Rechtsextreme Straftaten im Westhavelland - 1993

 

 

 
 

18. Januar 1993

 
     
  In der Wohnung überfallen  
     
  Rathenow: *Drei der (neonazistischen) Skinheadszene zuzurechnende junge Männer überfielen in der Nacht zum Montag einen vietnamesischen Bürger in seiner Wohnung. Unter der Behauptung, einen im selben Hause wohnenden Bekannten zu suchen, hatten sie gegen 0.40 Uhr an die Wohnungstür geklopft. Sie bedrohten ihn mit einer Gaspistole - ein Schuss wurde Richtung Fußboden abgegeben - und schlugen ihn letztendlich mit dieser Waffe nieder. Zusammen mit dem kürzlich noch gesuchten Bekannten wurden die vier wenig später von der Polizei vorläufig festgenommen, weil sie unter Alkohol mit einem Auto fuhren.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 19. Januar 1993  
     
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  23. Januar 1993  
     
  Randale  
     
  Rathenow: *Eine Anzeige wegen Landfriedensbruch wurde gegen etwa 15 (neonazistische) Skinheads erstattet, weil diese in der Sonnabennacht in der Gegend um den Rathenower Hauptbahnhof und auch in anderen Straßen randalierten und mit Schreckschusspistolen herumschossen. So drangen sie in eine Wohnung in der Rosenbergstraße ein. Zur Zeit laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 26. Januar 1993  
     
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  19. Februar 1993  
     
  Steine flogen  
     
  Premnitz: *Stein flogen bei einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen der rechten und linken Szene in Premnitz vor einem besetzten Haus, nachdem sich vor dem Haus der "Linken" etwa 20 bis 25 "Rechte" versammelt hatten. Die eingreifende Polizei stellte von mehreren Jugendlichen die Personalien fest.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 22. Februar 1993  
     
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  März 1993  
     
  Gefängnisrevolte  
     
  Luckau: *Ungefähr 30 (neonazistische) Skinheads aus Frankfurt/Oder, Königs Wusterhausen, Rathenow, Eisenhüttenstadt und Brandenburg/Havel revoltierten in der Justizvollzugsanstalt Luckau im März 1993  
     
  "Der Angriff", Ausgabe 3  
     
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  8. April 1993  
     
  Zwei besetzte Häuser auseinandergenommen  
     
  Rathenow: *Rechtsradikale Skinheads haben am Donnerstag früh in Rathenow zwei von Jugendlichen besetzte Häuser verwüstet. Das bestätigte gestern ein Sprecher des Polizeischutzbereiches Nauen. danach erschienen die Täter gegen 2.00 Uhr morgens vor den Häusern in der Kurlandstraße und warfen Steine auf die Gebäude. Danach drangen sie in die Häuser ein, zerschlugen Fenster und zertrümmerten das Mobiliar.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 10. April 1993  
     
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  15. April 1993  
     
  Gestellt bei Routinekontrolle  
     
  Rathenow: *Bei einer Routinekontrolle, die von der Bereitschaftspolizei aus Potsdam am vergangenen Donnerstag im gesamten Stadtgebiet von Rathenow durchgeführt wurde, um evtl. Aktivitäten rechter und linker Jugendlicher zu unterbinden, konnte gegen 23.50 Uhr in der Brandenburger Straße ein Pkw gestellt werden, in dem sich fünf Jugendliche befanden, die vier Baseballschläger, fünf einsatzbereite Molotowcocktails und zwei Fallmesser mit einer Klingenlänge von mehr als acht Zentimetern mit sich geführt hatten. Die Fahrzeuginsassen waren der rechten Szene zuzuordnen.

Alle mitgeführten Gegenstände wurden von der Polizei sichergestellt, die Personalien der Insassen wurden aufgenommen und Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet.

 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 17. April 1993  
     
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  Mai 1993  
     
  Propaganda und Waffen bei Hausdurchsuchung  
     
  Rathenow: *Bei einer Durchsuchung von Wohnungen bei fünf Rechtsradikalen hat die Potsdamer Polizei Propagandamaterial der verbotenen Organisationen NSDAP/AO und Nationale Alternative (NA) sichergestellt. Es wurden weiter auf dem Index stehende CDs und LPs sowie Schlagwerkzeuge gefunden. Die fünf stehen im Verdacht, an einem Überfall auf zwei Angehörige der linken Szene am 8. April in Rathenow beteiligt gewesen zu sein.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 3. Mai 1993  
     
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  20. Mai 1993  
     
  Besetztes Haus nach Angriffen von Rechten geräumt  
     
  Rathenow: *Nach dem Angehörige der rechten Szene im Verlaufe des Himmelfahrtstages immer wieder das besetzte Haus in der Puschkinstraße mit Flaschen und Steine angriffen und sich die Besetzer dagegen zur Wehr setzten, stürmten Polizeikräfte gegen 1.00 Uhr morgens des darauf folgenden Tages das Haus und räumten es. Elf Rechtsextremisten und fünf mutmaßliche Hausbesetzer wurden festgenommen.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 22. Mai 1993  
     
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  23. Juli 1993  
     
  Nötigung und Raub nachts auf der Straße  
     
  Rathenow: *Als er Nachts in der Thomas Müntzer Straße zu Fuß auf dem Weg nach Hause war, musste ein junger Mann als Ziel einer recht dreisten Form der Nötigung erhalten. Zwei (neonazistische) Skinheads, die in einem Pkw unterwegs waren, zwangen ihn gegen 0.20 Uhr in der Nacht zum Freitag zur Herausgabe seines mitgeführten Eigentums. Da sich das Bargeld auf einen Betrag von rund 14 DM beschränkte, animierte die Entdeckung einer EC Karte die beiden Täter zur Weiterführung ihres Verbrechens. Sie zwangen ihr Opfer ins Auto, fuhren mit ihm zum Geldautomaten eines Rathenower Geldinstitutes und nötigten es zur Bedienung des Gerätes. Aus bisher noch nicht vollständig geklärten Gründen gelang die beabsichtigte Abhebung aber nicht.
Die in den frühen Morgenstunden anlaufenden Ermittlungen der Polizei führten recht bald zum Erfolg. Gegen 14 Uhr konnten die beiden Gesuchten in einem Rathenower Zweifamilienhaus festgenommen werden. Sie hatten die EC - Karte und den ebenfalls entwendeten Personalausweis noch bei sich. Im Haus hielten sich noch weitere Personen auf, unter anderem ein Mann, der seit kurzem mit Haftbefehl gesucht wurde. So gab es drei Festnahmen. Einer der beiden der Nötigung verdächtigen war erst zwei Tage zuvor aus der Haft entlassen worden. Alle drei sind zwischen 18 und 22 Jahre alt. Den zweiten der Nötigung dringend Verdächtigen ließ der Haftrichter wieder auf freien Fuß setzen.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 27. Juli 1993  
     
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  August 1993  
     
  Getreten und Geschlagen  
     
  Rathenow: *Montagnacht gegen 23 Uhr ging bei der Polizei eine Anzeige ein, demnach kurz zuvor ein 14 Jähriger Junge in Rathenow - Ost, Bruno Baum Ring, von drei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und getreten wurde. Dabei erlitt er Verletzungen an der Wirbelsäule und Hämatome. Den Anzeichen zufolge handelte es sich bei den Jugendlichen um (neonazistische) Skinheads, die anschließend den Tatort mit einem Wartburg verließen.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 5. August 1993  
     
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  25. September 1993  
     
  Rechtsradikale überfielen Disco - sieben Verletzte  
     
  Großderschau: *Eine Gruppe rechtsradikaler hat am Sonnabend morgen eine Diskothek in der Gemeinde Großderschau überfallen und sieben Personen mit Baseballschlägern verletzt. Die 15 bis 20 vermummten Täter drangen in die Disco ein und zerschlugen die Fensterscheiben, die Tür und das Inventar. Es kam zu einer gewaltsamen Rangelei mit dem Personal der Gaststätte. Die Rechtsradikalen entwendeten die Tageseinnahmen von 2.500 Mark und flohen unerkannt mit fünf Pkw.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 27. September 1993  
     
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  2. Oktober 1993  
     
  Acht Jungen gegen ein Mädchen  
     
  Premnitz: *Sonntagabend gegen 20.20 Uhr wurde in der Liebigstraße ein 16 jähriges (linksorientiertes) Mädchen zusammengeschlagen. Wie sie gegenüber der Polizei berichtete, sei sie von acht männlichen (rechten) Personen, die aus zwei Pkw Trabant gestiegen seien, von ihrem Fahrrad gerissen, verprügelt und getreten worden. Nach einer Streifenfahrt ermittelte die Polizei gegen 21.07 Uhr die beschriebenen Personen, die zunächst zum Verhör geführt wurden.
Die Ermittlungen dauern noch an.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 5. Oktober 1993  
     
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