Rechtsextreme Straftaten im Westhavelland - 1994

 

 

 
  28. Januar 1994  
     
  Brutale Prügelei von Skinheads provoziert  
     
  Rathenow: *"Das Blut spritzte durch den ganzen Saal", schilderte noch ganz schockiert ein Zeuge am Tag nach einer brutalen Prügelei im "Tanzcafe". Die Disko am vergangenen Freitagabend war ziemlich gut besucht. Auch Jugendliche der rechten Szene aus Rathenow waren unter den Gästen. Sie verhielten sich ganz normal und einige gingen sogar gegen Mitternacht.
Eine ganze Weile später aber kam ein großer Trupp (neonazistischer) Skinheads, etwa 15 Mann stark, vermutlich aus dem Potsdamer Raum. Diesen merkten die Gäste gleich an, dass sie Streit suchten. Einige von ihnen belästigten ein junges Pärchen, schlugen später sogar das Mädchen. Das ließ sich der Freund nicht gefallen. Nun hatten die Skins mit ihrer Provokation erreicht, was sie wollten.
In die anschließende Prügelei wurden auch ganz unbeteiligte Personen einbezogen. Trinkgläser und Mobiliar ging zu Bruch, Fensterscheiben wurden eingeschlagen, fünf Personen zum Teil erheblich verletzt. Gegen 1.40 Uhr informierte die Gaststätte die Polizei, die wenig später eintraf. Da waren aber die Potsdamer Skinheads schon mit ihren Autos geflüchtet. Auf der Basis von konkreten Hinweisen, auch von Namen, ermittelt jetzt die Polizei. Am gleichen Abend waren die Skinheads auch schon in Premnitz aufgefallen, konnten aber nicht zum Zuge kommen, da hier die Polizei schneller war.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 31. Januar 1994  
     
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  1. April 1994  
     
  Polizisten angegriffen  
     
  Rathenow: *Schwer verletzt wurde ein Polizeibeamter am vergangenen Karfreitagabend, als Polizisten gegen 22.10 Uhr in der Fehrbelliner Straße Verkehrskontrollen durchführten. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit gewaltbereiten Jugendlichen, die mit Steinen und Flaschen warfen. Der Beamte erlitt eine Schädelfraktur und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Fünf weitere Polizisten erlitten Verletzungen, die ambulant behandelt wurden.
Vier Tatverdächtige, die der rechten Szene zuzuordnen sind, wurden festgenommen. Am Samstag stellte die Staatsanwaltschaft gegen diese vier Haftantrag. Gegen drei Beschuldigte, im Alter zwischen 18 und 26 Jahren aus Rathenow und Potsdam, wurde Haftbefehl wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollzugsbeamte und gefährliche Körperverletzung erlassen und in die JVA Brandenburg eingeliefert. Der vierte erhielt vom Gericht Auflagen und wurde nach Hause entlassen.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 5. April 1994  
     
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  12. Mai 1994  
     
  Afrikaner angegriffen und Zeche geprellt.  
     
  Rathenow: *Ein größere Gruppe von Rechtsextremisten zog anlässlich des so genannten "Herrentages" durch Rathenow. In einer Gaststätte prellte die Gruppe dann zunächst die Zeche und raubte zusätzlich dann die Kasse mit 2.000 Mark Inhalt.
Anschließend griffen die Rechtsextremisten eine Gruppe afrikanischer Asylbewerber in der Goethestraße an.
 
     
  Antifaschistisches Infoblatt Nr. 28 /1994  
     
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  2. Juli 1994  
     
  Reichskriegsflagge eingezogen  
     
  Rathenow: *An einem etwa drei Meter hohen Mast auf einem Grundstück in der Schlachthofstraße wehte am Samstagabend eine Reichskriegsflagge.
Auf dem Gelände befanden sich mehrere Jugendliche, die sich laut Polizeimeldung dort ein leerstehendes Haus zu einem Treffpunktausbauen wollten. Von der Polizei aufgefordert, gaben die Jugendlichen die Flagge heraus.
Sie erklärten, nicht gewusst zu haben, dass das Zeigen der Reichskriegsflagge im Land Brandenburg verboten ist. Wie es hieß, seien die Jugendlichen keiner bestimmten politischen oder extremistischen Richtung zuzuordnen gewesen.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 4. Juli 1994  
     
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  6. / 7. August 1994  
     
  Raub weitgehend aufgeklärt  
     
  Rathenow: *Vier junge Männer (der rechten Szene), die am vergangenen Wochenende einen Raub verübt hatten, konnten jetzt ermittelt werden. Sie stammen aus Rathenow und sind 17 bis 25 Jahre alt. Für zwei von ihnen liegen seit Mittwoch Haftbefehle vor. Die vier hatten zu später Stunde in der Nacht zum Sonntag vor einer Diskothek im Norden des Kreises Havelland einen jungen Mann aus Premnitz geschlagen und ihn in den Kofferraum ihres Autos geworfen. dann waren sie zu ihm nach Hause gefahren, hatten ihn dort weiter misshandelt und schließlich aus der Wohnung einen Fernseher, eine Stereoanlage und mehrere weitere. Gegenstände mitgehen lassen. Die Eltern des Misshandelten und Beraubten waren nicht zu Hause, sie fanden sich zu dieser Zeit auf einer Urlaubsreise. Anhand von Bildern konnten alle vier mutmaßlichen Täter identifiziert werden. Sie sind bei der Polizei aufgrund anderer strafbarer Handlungen bekannt.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 12. August 1994  
     
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  21. August 1994  
     
  Rechtsradikaler festgenommen  
     
  Großderschau: *In der Disko sei ein junger Mann, der "Sieg Heil!", "Heil Hitler!" und ähnliches rufe, teilte man der Rathenower Polizeiwache gegen 1.45 Uhr in der Nacht zum Sonntag aus Großderschau telefonisch mit. Als die Besatzung eines Funkstreifenwagens vor dem Objekt eintraf, kam aus einer Menschenansammlung ein junger Mann auf das Fahrzeug zu.
Er beschimpfte die Polizisten als "Bullenschweine" und trat zweimal gegen den Streifenwagen. Daraufhin nahmen ihn die Beamten vorläufig fest. Ein anderer junger Mann, der ihn zuvor begleitet hatte, war verschwunden. Der Festgenommene, 20 Jahre alt, konnte als ein Angehöriger der rechten Szene von Neuruppin identifiziert werden. Als dieser am Sonntag dem Haftrichter vorgestellt wurde, verfügte letzterer die Freilassung.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 23. August 1994  
     
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  18. September 1994  
     
  Skinheads randalierten  
     
  Rathenow: *Drei alkoholisierte junge Erwachsene, ihrem Äußeren nach (neonazistische) Skinheads, randalierten in der Sonntagnacht. So rollten sie gegen 3.30 Uhr einen Papierkorb aus Beton, der auf dem Parkplatz in der Fehrbelliner Straße gestanden hatte, auf die Fahrbahn. Auf dem Parkplatz beschädigten sie auch ein Hinweisschild. Als sich Polizisten näherten, bewarfen die drei sie mit Bierbüchsen. Die Skinheads leisteten Widerstand, als sie daraufhin festgenommen wurden.  
     
  Rechte Parolen an Fenstern und Türen  
     
  Premnitz: *Auf dem Innenhof des Gymnasium klebten am Sonntagmorgen an mehreren Fenstern und Türen Zettel mit rechten Parolen. Bis um zwei Uhr in der Nacht hatte es in der Schule eine Veranstaltung gegeben. Erst danach können die Zettel, nicht ganz 10 x 10 Zentimeter groß, angeklebt worden sein.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 20. September 1994  
     
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  7. Oktober 1994  
     
  Naziparolen vor Tanzgaststätte geschrien  
     
  Premnitz: *Kurz vor Mitternacht hatten sich am Freitag etwa zwölf Jugendliche, welche der rechten Szene zuzuordnen sind, vor der Tanzgaststätte "Piccolo" versammelt. Lautstark verlangten sie , in die Gaststätte eingelassen zu werden. Sie hatten Zaunlatten bei sich, die sie auf dem  Weg zur Gaststätte von Zäunen abgerissen hatten.
Der Einlass in die Tanzgaststätte wurde ihnen verwehrt. Daraufhin schrien und riefen die Jugendlichen, dass eine bestimmte Person aus der Gaststätte zu ihnen heraus kommen solle. Als dies nicht geschah, begannen sie zu randalieren und beschädigten vor der Gaststätte abgestellte Fahrräder. Die mitgeführten Zaunlatten wurden durch die Jugendlichen nicht eingesetzt. Die eintreffenden Polizisten wurden beschimpft,  und die Jugendlichen riefen Parolen nazistischen und rechtsradikalen Inhalts.
Die Polizei nahm sieben Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren fest. Bei der Durchsuchung dieser Personen wurden rechtsradikales Propagandamaterial und Tonträger rechtsradikaler Musikgruppen beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern noch am.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 1994  
     
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  28. Dezember 1994  
     
  Rechtsradikale grölten Parolen  
     
  Rathenow: *Polizeibeamte machten am Mittwoch abend gegen 23 Uhr während ihrer Streife durch das Rathenower Stadtzentrum eine Entdeckung: 20 Jugendliche, bis auf einen Minderjährigen alle zwischen 18 und 20 Jahre alt, spielten in einer Wohnung laute Musik und riefen rechtsradikale Parolen. Fünf von ihnen konnte die Polizei vorläufig festnehmen, die übrigen flüchteten. Gegen alle Jugendlichen wurden Ermittlungen eingeleitet, da die gegrölten Parolen den Straftatbestand der Verfassungswidrigkeit erfüllen. Es ist nach Auskunft der Polizei seit längerem der erste Vorfall, bei dem rechtsradikale Jugendliche wieder aktiv geworden sind.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 30. Dezember 1994  
     

 

 

 

 

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