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1. Januar 1996 |
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Zu Boden geschlagen |
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Rathenow: *In der Silvesternacht
kam es in der Brandenburger Straße Ecke Bergstraße zu einer
Körperverletzung. Ein Mann (aus der rechtsextremen Szene) schlug eine
junge Frau nieder. Sie musste m Krankenhaus behandelt werden. Durch
einen Faustschlag eines 26 jährigen wurde außerdem ein 38 jähriger
Polizeibeamter verletzt. |
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Märkische Allgemeine Zeitung, 3. Januar
1996 |
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Jugendliche wurden in der
Silvesternacht von Rechtsradikalen bedroht |
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Rathenow: *Wie es sich in diesem
Jahr wieder einmal erwiesen hat, ist es in Rathenow nicht möglich, eine
ruhige Silvesternacht zu verleben. Als sich kurz vor 0.00 Uhr
einige Jugendliche an der Ecke Dimitroffstraße / Schopenhauer Straße
trafen, um friedlich ins neue Jahr hinein zu feiern, wurden sie von
auswärtigen und stadtbekannten rechtsradikalen Jugendlichen mit "Sieg
Heil" - und "Heil Hitler" - Rufen konfrontiert und bedroht, so dass sie
in ein Nahe gelegenes Wohnhaus flüchten mussten. Nachdem man über eine
Dreiviertelstunde versucht hatte, Schutz von der Polizei bekommen,
erwies sich, dass man auf deren Hilfsbereitschaft nicht bauen kann, denn
einer der Jugendlichen wurde von einem Polizeibeamten unfreundlich
abgefertigt.
Bleibt nur noch die Frage, ob man sich heutzutage überhaupt noch auf die
Polizei verlassen kann, wenn sie trotz Ausschreitungen nichts
unternimmt. Dimitroffklub Rathenow |
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Brandenburger Wochenblatt, Januar 1996 |
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7. April 1996 |
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Bootsschuppen angesteckt |
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Steckelsdorf: *Zu einem
Zwischenfall ist es über Ostern auf dem Campingplatz am Steckelsdorfer
See gekommen. Polizeiangaben zufolge hätten sich dort etwa 20
rechtsgerichtete Personen aufgehalten. Im Laufe einer Feier soll aus
einem Holzraum Kleinholz gemacht worden sein, um ein Lagerfeuer zu
unterhalten. Anschließend brannte ein Bootsschuppen. Bei Eintreffen der
Polizei hätten sich die Unbekannten bereits mit mehreren Autos nach
Sachsen Anhalt abgesetzt. Ein alkoholisierter Tatverdächtiger wurde von
der Feuerwehr Steckelsdorf aufgegriffen. |
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Märkische Allgemeine Zeitung, 9. April 1996 |
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16. Mai 1996 |
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Wieder schwere Krawalle |
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Rathenow: *Auch in diesem Jahr ist
es am Himmelfahrtstag in Rathenow wieder zu schweren
Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Jugendlichen gekommen.
Laut Polizeiangaben wurden die Krawalle zum Teil mit massiver Gewalt
geführt, es habe einen schwerverletzten Jugendlichen und drei leicht
verletzte Polizisten gegeben. Drei Polizeiwagen seien zudem schwer
beschädigt worden. Dem gegenüber sprachen Augenzeugen von deutlich mehr
Verletzten. Allein bei den linken Jugendlichen seien drei Verletzte zu
beklagen. Unter ihnen ein 17 jähriges Mädchen, dem ein Arm gebrochen
wurde.
Bis zum späten Nachmittag war es in Rathenow ruhig geblieben. Dann
eskalierte die blanke Gewalt. Vorliegenden Informationen zufolge wurde
etwa 30 linke Jugendliche von etwa 20 rechten Jugendlichen mit Steinen
angegriffen. Anschließend habe es eine 20 Minuten lang anhaltende
Straßenschlacht gegeben, ohne dass die Polizei eingeschritten sei. Der
Grund hierfür ist möglicherweise in einer personellen Unterbesetzung der
Polizei zu suchen. Im Vorfeld des Herrentages hatte die Polizei nicht
mit Auseinandersetzungen gerechnet und auch keine besonderen
Einsatzpläne aufgestellt. Vermutungen, dass erst nach den massiven
Auseinandersetzungen am späten Nachmittag eiligst aus Potsdam
Bereitschaftspolizei herangeführt wurde, wollte das Polizeipräsidium
Oranienburg gestern weder bestätigen noch dementieren. Auch zum weiteren
Hergang der schweren Auseinandersetzungen gab es seitens der Polizei
gestern keine Informationen. Augenzeugen zufolge sollen sich die
Auseinandersetzungen bis in die späten Nachtstunden hingezogen haben. Am
Bahnhof habe die Polizei gegen 22 Uhr schließlich versucht, die nunmehr
auf etwa jeweils 50 Mann verstärkten rechten und linken zu trennen.
Später habe es Zusammenstöße zwischen rechten Jugendlichen und der
Polizei gegeben. An der Dimitroffstraße soll die Polizei zudem linke
Jugendliche eingekesselt haben.
Während die Polizei gestern von 23 vorläufigen Festnahmen sprach, gingen
andere Kreise von bis zu 40 Festnahmen aus. Bis auf zwei Jugendliche
seien alle wieder auf freien Fuß. Gegen zwei Jugendliche werde ein
Haftantrag wegen schweren Landfriedensbruch geprüft.
Ronald Kamenz |
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Märkische Allgemeine Zeitung, 18. Mai 1996 |
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Juni 1996 |
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Parole: Das Boot ist voll |
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Premnitz: *"9 - Punkte - Plan zur
Ausländerrückführung" steht groß über dem Flugblatt im DIN A5 Format. Es
tauchte Ende der vergangenen Woche in Premnitz auf. Es klemmte unter den
Scheibenwischern von Autos. Einem aufmerksamen Mitarbeiter des
städtischen Ordnungsamtes waren die Blätter aufgefallen.
Die LeserInnen werden mit Sätzen konfrontiert wie: "Ausländer, die keine
Aufenthaltsberechtigung haben und Deutschland nicht von sich aus
verlassen, werden in Abschiebelager eingewiesen, in denen sie zu
gleichen Löhnen wie Strafgefangene die Kosten für den Rückflug in ihre
Heimat zu erarbeiten haben." Den Aufruf unterstützen unter anderem:
Jungsturm Deutschland, Wiking Jugend, Aktion "Deutschland uns Deutschen"
und die Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik
(Rassenhygiene - Anmerkung der Redaktion) und Verhaltensforschung.
MitarbeiterInnen des Innenministeriums sind die Flugblätter nicht
unbekannt: "Wir wissen was drin steht. Die Aufmachung ist nicht neu",
heißt es. Der Verantwortliche im Sinne des Presserechtes (V.i.S.d.P.)
soll ein Hamburger Rechtsanwalt sein. Der Inhalt verstößt auch gegen das
Grundgesetz.
Auch wer die Blätter vertreibt, macht sich strafbar. Hinweise nimmt die
Polizei entgegen. |
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Preußenspiegel, 5. Juni 1996 |
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5. August 1996 |
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Fremdenfeindliche Plakate in
Premnitz |
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Premnitz: *Über 50 Plakate mit
ausländerfeindlichen Parolen sind in Premnitz (Havelland) von der
Polizei entfernt worden. Sie waren in zwei Stadtteilen verteilt. Weder
über die Herkunft der Hetzschriften noch über die möglicherweise
organisierte Plakatierung konnte die Polizei gestern näheres sagen.
Die Plakate waren am Montag entdeckt worden. Unbekannt ist bislang noch,
wann sie aufgehängt wurden. Vor etwa einer Woche waren rechtsradikale
Flugblätter in Brandenburg/Havel aufgetaucht. Ob es eine Verbindung
zwischen beiden Vorfällen gibt, ist bislang noch unklar.
Nach Angaben des Verfassungsschutzes ist in Premnitz bislang keine
organisierte rechtsradikale Szene bekannt. Allerdings gäbe es im Ort
Sympathisanten der "Nationalen", einer bislang nicht verbotenen Gruppe,
sagte die Sprecherin des Verfassungsschutzes, Helga Wanke. |
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Märkische Allgemeine Zeitung, 7. August 1996 |
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13./14.
September 1996 |
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Schmierereien im Stadion Vogelgesang |
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Rathenow: *Unbekannte Täter haben in der Nacht vor dem Fußballspiel
des FSV Optik Rathenow gegen Türkiyemspor Berlin im Stadion Vogelgesang
faschistische Schmierereien hinterlassen. Das hat die Polizei gestern
mitgeteilt. So haben die Täter am Anstoßpunkt des Fußballplatzes ein
Hakenkreuz mit schwarzer Farbe auf den Rasen gesprüht. Dieses Zeichen
ist etwa einen mal einen Meter groß.
An die ehemalige Tribüne sprühten sie die Worte: "Deutsche steht auf und
schlagt zurück". Die Schrift ist etwa sieben Meter lang und knapp einen
halben Meter hoch. Im Bereich des Stadions wurden weitere Hakenkreuze
gefunden, dazu SS Runen sowie Schriftzüge "Türken raus" und "Stopp
Ausländer". Die Täter haben das Schild "Gäste" durchgestrichen, dafür
"Türken" aufgesprüht und dahinter ein Hakenkreuz. Wie die Polizei weiter
mitteilte, wurden die Schmierereien beseitigt.
Das Fußballspiel FSV Optik gegen Türkiyemspor, das am
Sonnabendnachmittag ausgetragen wurde, verlief ohne Zwischenfälle. Die
Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. |
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Märkische Allgemeine Zeitung, 16.
September 1996 |
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11.
Oktober 1996 |
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Jugendliche überfallen |
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Premnitz: *In der Bergstraße, Höhe Bushaltestelle am Tor 6, wurde
drei linksorientierte Jugendliche, zwei Jungs und ein Mädchen, von vier
Rechtsextremisten angegriffen und geschlagen. Ein Jugendlicher musste
anschließend auf der Rettungsstelle behandelt werden. |
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Antifaschistische Recherchegruppe |
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