Rechtsextreme Straftaten im Westhavelland - 1998

 

 

 
  1. Januar 1998  
     
  Von hinten angegriffen  
     
  Rathenow: *Gegen 1.25 Uhr gingen sechs Jugendliche durch die Goethestraße als sie plötzlich von einer größeren Gruppe Rechtsextremisten von hinten angegriffen wurde. Einer der Jugendlichen wurde dabei sofort zu Boden geschlagen und durch Tritte traktiert. Einer 16 Jährigen, die dagegen protestiert wurde eine Pistole an den Kopf gehalten und ins Gesicht geschlagen.
Bei weiteren Übergriffen durch Rechtsextremisten in der Silvesternacht wurde zudem ein Pkw beschädigt und eine Person durch Schläge leicht verletzt.
 
     
  Antifajugend Westhavelland  
     
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  23. Januar 1998  
     
  Bild mit Hakenkreuz aufgehängt  
     
  Rathenow: *In der Gesamtschule in Rathenow - Ost hängte ein Schüler der 10. Klasse ein Bild mit einem Hakenkreuz in seinem Klassenraum auf. Es wurde Anzeige erstattet.  
     
  Antifaschistische Recherchegruppe  
     
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  27. Januar 1998  
     
  Angriff mit Baseballschläger  
     
  Rathenow: *In der Bahnhofsstraße wurden am Dienstag abend drei junge Männer gegen 22.20 Uhr von acht unbekannten (Rechtsextremisten) mit Baseballschlägern angegriffen und geschlagen. Zwei Personen erlitten Verletzungen und mussten von Ärzten ambulant versorgt werden. Die Tatverdächtigen flüchteten mit einem VW und einem Opel in unbekannte Richtung. Die Kripo ermittelt in der Angelegenheit gegen unbekannt.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 29. Januar 1998  
     
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  30. Januar 1998  
     
  Glatzen überfielen Bungalow  
     
  Premnitz: 30. Januar, 20 Uhr. (Neonazistische) Skinheads treffen sich in einer Rathenower Gaststätte: Trinken Bier und reden von "Zecken aufmischen". Gegen 22.30 Uhr steigen acht in zwei Fahrzeuge. Sie halten am Waldrand der Premnitzer Gartensparte "Gute Hoffnung" am Fichtenweg. In Bomberjacken, Schnürstiefeln mit Stahlkappe und Strumpfmaske über dem Kopf schleichen sie zu einem beleuchteten Bungalow. Sie vermuten dort eine Party von 15 linksgerichteten Jugendlichen. Die wollen sie "plattmachen".
Tatsächlich sind nur zwei Jugendliche dort, die gerade Karten spielen. Die Glatzen stürmen den Bungalow: Drei rennen durch die offene Eingangstür, fünf springen durch die Fenster. Immer wieder prügeln sie mit Holzknüppeln auf die zwei ein, treten sie und zerschlagen das Mobiliar. Einer der Rädelsführer, Guido Schäfer, sticht im Gerangel mit einem Messer auf einen der linken Jugendlichen ein, verletzt ihn am Hintern. Auch der andere Jugendliche wird krankenhausreif geschlagen: Er hat eine Platzwunde im Gesicht, und der Mittelfinger seiner rechten Hand ist gebrochen. Der Überfall dauert zwei Minuten, dann rennen die Kahlköpfe zu ihren Autos. Feiern ihre "Heldentat" anschließend in der Disco. Einer der Überfallenden erkannte an der Stimme und Statur einige Täter: Sie gingen früher gemeinsam zur Schule, einer war sogar mit seiner Familie befreundet. Vier Glatzen haben inzwischen ein Geständnis abgelegt. Zwei Täter sind Panzergrenadiere in der Brandenburger Roland Kaserne. Vier der Schläger sind vorbestraft. Sie befinden sich zur Zeit noch in Haft. Gegen Maurer Guido Schäfer sind bereits 15 Strafverfahren eingeleitet worden. Wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung. Und nie saß er im Gefängnis. Er hat jetzt mit mehrjähriger Haftstrafe zu rechnen. Zuvor hatte er ein Jahr und sechs Monate zur Bewährung.(...)
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 14./15. März 1998  
     
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  Februar 1998  
     
  Schmierereien im Betonwerk  
     
  Rathenow: *In den vergangenen Wochen wurde es immer wieder hinter vorgehaltener Hand weiter erzählt. Im Betonwerk soll sich eine Gruppe rechtsradikal Gesinnter treffen. Entsprechende Anfragen hatte auch die Stadtverwaltung erhalten. Grund genug für Bürgermeister Hans Jürgen Lünser, die Polizei zu informieren. Dort reagierte man umgehend und kontrollierte im Betonwerk. Dabei wurde niemand gesehen. Lediglich Schmierereien (Hakenkreuze, SS Runen, die Parole "Ausländer raus" etc.) stellten die Beamten fest.(...)  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 13. Februar 1998  
     
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  20. Februar 1998  
     
  Rechtsradikale Parolen  
     
  Premnitz: *In der Bebelstraße in Premnitz gab es am Freitag kurz vor Mitternacht einen Polizeieinsatz. Vier männliche und eine weibliche Person hatten laute Musik gemacht und rechtsradikale Parolen gerufen. Alle wurden vorläufig festgenommen.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 23. Februar 1998  
     
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  22. März 1998  
     
  Glatzen randalierten auf Party  
     
  Rathenow: *Für eine 17 Jährige Abiturientin aus Rathenow wurde ihre Geburtstagsparty zum Albtraum. (Neonazistische) Skinheads randalierten auf der Veranstaltung. Ihre Feier sollte etwas ganz besonderes werden. Die 17 Jährige mietet extra dafür einen Saal  auf einem Firmengelände in Böhne. 30 Freunde waren dazu eingeladen. Einige davon kamen von weither. Es herrschte tolle Stimmung. Bis gegen 0.45 Uhr plötzlich die Tür aufflog.
Ein Glatzkopf mit Schnürstiefeln und Bomberjacke betrat den Saal und sagte er wolle mitfeiern. Der Vater der 17 Jährigen forderte ihn auf das Objekt zu verlassen, weil er nicht eingeladen sei. Der Glatzköpfige nahm keine Notiz davon, ging zum Buffet und fing an zu essen. Kurz darauf folgten 19 andere Kahlköpfige, die draußen gewartet hatten. Die ungebetenen Gäste machten sich sofort übers Buffet her, zapften Bier, warfen die Geburtstagsgeschenke vom Tisch und nahmen einem Mädchen den Fotoapparat weg. Die Gäste trauten sich keine Gegenwehr. Ihnen wurde gesagt, sie sollten ruhig bleiben, dann würde ihnen schon nichts passieren. Sie hätten im Falle einer Schlägerei wohl keine Chance gehabt.
Vor dem Gebäude zerdepperten die Glatzen vor ihrem Abzug mehrere Gläser. Sie luden in ihre Autos alles, was sie an Getränken mitnehmen konnten. Die Polizei, die 30 Minuten später eintraf, erwischte keinen der Täter mehr. Die waren inzwischen längst über alle Berge. Geistesgegenwärtig hatten sich  aber Gäste Merkmale einiger Täter genau gemerkt und auch Autokennzeichen.(...)
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 30. April / 1. Mai 1998  
     
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  2. April 1998  
     
  Denkmal geschändet  
     
  Premnitz: *Die Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus in Premnitz ist geschändet worden. Wie die Polizei mitteilte, sind aus der Tafel Buchstaben herausgebrochen worden. Dadurch entstand hoher Sachschaden. Die Tat wurde offenbar nicht sofort bemerkt. Der Zeitraum liegt zwischen dem 2. März und dem 2. April.(...)  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 4./5. April 1998  
     
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  6. April 1998  
     
  Ausländerfeindliche Schmierereien  
     
  Premnitz: *Ein 20 Jähriger Premnitzer hat Montag früh an einem türkischen Dönerstand in der Nähe des Kaufhauses Dixi ausländerfeindliche Parolen mit schwarzer Farbe gesprüht. Der Täter wurde dabei von jemanden beobachtet, der ihn erkannte. Die Kripo ermittelt noch im Fall.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 8. April 1998  
     
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  12. April 1998  
     
  Übergriffe zu Ostern  
     
  Rathenow: *Eine Gruppe von 25 Jugendlichen hielt sich gegen 15.45  Uhr in der Nähe des Bismarkturmes auf, um dort dem alten Brauch des "Eiertrudelns" nachzugehen. Dabei wurden sie plötzlich von einer 30 bis 40 köpfigen Gruppe Jugendlicher angegriffen. Die jugendlichen Angreifer waren zum Teil der Rathenower rechten Szene, zum anderen der rechten Szene anderer Städte zuzuordnen. Während des Angriffs wurden die Jugendlichen mit Steinen Flaschen und anderem beworfen. Ein Jugendlicher wurde am Kopf verletzt.
Gegen 19.30 Uhr wurden drei Jugendlichen von 20 einschlägig bekannten Personen aus der rechten Szene angegriffen. Im Verlauf des Angriffs wurde ein Jugendlicher so verletzt, dass er sich  in der Rettungsstelle behandeln lassen musste.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 29. April 1998 ("Wunsch nach Dialog")  
     
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  23. Mai 1998  
     
  Aufgelöst  
     
  Wusterwitz: Wasserschutzbeamte entdeckten das muntere Treiben rund ums Lagerfeuer am Wusterwitzer Kanal. Etwa 50 Personen (u.a. aus Rathenow und Potsdam) - vermutlich der rechten Szene - sind drumherum. Die Polizei wird verständigt, ebenso die MEGA Truppe (Mobile Einsatzgruppe gegen Extremismus, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit). 70 Einsatzkräfte riegeln wenig später das Gebiet ab, kümmern sich um die 57 "Geburtstagsgäste" (so der Party Anlass). 15 Leute wehren sich gegen die Identitätsfeststellung, drei können erst auf dem Revier überredet werden. Währenddessen gilt die Feier als beendet.  
     
  Preußenspiegel, 31. Mai 1998  
     
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  4. Juli 1998  
     
  Jugendlichen verprügelt  
     
  Spaatz: *Nach einem Streit ist Samstag Abend ein Jugendlicher von vier jungen Männern verprügelt worden. Die Schläger soll dabei rechte Parolen gebrüllt haben. Das Opfer erlitt durch Tritte und Schläge so starke Verletzungen, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Ein zweiter Jugendlicher, der dem Opfer helfen wollte, wurde auch geschlagen. Die Kripo konnte den ersten Tatverdächtigen ermitteln, die Fahndung nach weiteren Schlägern läuft noch.
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 7. Juli 1998  
     
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  19. Juli 1998  
     
  Randale auf AJZ Gelände  
     
  Rathenow: *Gegen 4.21 Uhr morgens begaben sich drei Rechtsextremisten, die lauthals herumgrölten, auf den Hof des bereits geschlossenen Alternativen Jugendzentrums (AJZ) in der Goethestraße. Dort randalierten sie und stießen u.a. eine Mülltonne um. Nach dem sie bemerkten, das sich noch jemand im Gebäude befand, flohen die drei schließlich.  
     
  Freibeuter e.V.  
     
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  26. Juli 1998  
     
  Zwei Umsiedler zusammengeschlagen  
     
  Rathenow: *Gegen 3.00 Uhr morgens wurden zwei Umsiedler aus der GUS von fünf namentlich bekannten Rechtsextremisten auf dem Parkplatz der Diskothek Dance House / Lemuria zusammengeschlagen.  
     
  Antifaschistische Recherchegruppe  
     
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  31. Juli 1998  
     
  "Mutige Rathenower": Zwanzig gegen zwei  
     
  Rathenow: *Etwa 20 bis 30 (rechtsextreme) Jugendliche versammelten sich am Freitag abend in Rathenow. Als sie durch den Fontanepark ziehen, treffen sie auf zwei junge Männer, 19 und 21 Jahre alt. Die Horde Jugendlicher beginnt sich für die beiden zu interessieren.
Einige aus der Gruppe sprechen sie an und fragen die zwei, "ob sie Deutsche sind." Die Angesprochenen verneinen dies. Sie sind Aussiedler aus Kasachstan. Plötzlich gehen mehrere aus der Gruppe auf die beiden Aussiedler zu. Der 19 Jährige wird zu Boden gerissen, mit Füßen getreten. Mit schweren Kopfverletzungen und Prellungen muss er später stationär im Krankenhaus behandelt werden. Auch sein 21 jähriger Begleiter erleidet durch die Schläge Prellungen, kann aber nach einer ambulanten Behandlung entlassen werden.
Obwohl sich das Geschehen in unmittelbarer Nähe der Polizeiwache abspielte, wird die Polizei erst durch einen anonymen Anrufer alarmiert. Die Beamten nehmen unverzüglich die Ermittlungen auf. Zwar sind die Täter vor ihrem Eintreffen bereits in unbekannte Richtung verschwunden, dennoch können drei Tatverdächtige noch am frühen Morgen, zwischen drei und vier, von der Polizei ermittelt werden. Sven S. (23 Jahre), Mario K. (29 Jahre) und der Hauptverdächtige Daniel K. (27 Jahre) werden in Rathenow vorläufig festgenommen.
Wie der Pressesprecher der Polizei Oranienburg, Uwe Konzack, mitteilt, sei das "Ende der Fahnenstange" noch nicht erreicht: "Die Ermittlungen laufen weiter." Die Festgenommenen, die nach der Vernehmung zunächst wieder entlassen wurden, sind der Polizei nicht unbekannt. Nun werde weiter nach Zeugen des Überfalls gesucht.
 
     
  Preußenspiegel, 5. August  1998  
     
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  21. August 1998  
     
  Übergriff auf dem Stadtfest  
     
  Rathenow: *Gegen 22.30 Uhr wurde ein Jugendlicher auf dem Stadtfest von mehreren Rechtsextremisten attackiert und geschlagen.  
     
  Antifaschistische Recherchegruppe  
     
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  22. August 1998  
     
  Drei Verletzte bei Schlägerei  
     
  Rathenow: *Drei (linksorientierte) Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahre sind am Samstag gegen 21.45 Uhr (von Rechtsextremisten) so geschlagen und getreten worden, dass sie ärztlich behandelt werden mussten. Die Polizei fahndete sofort nach den Tätern und schnappte in der Nähe drei 21 bis 26 Jahre alte Tatverdächtige, die stark angetrunken waren. Zum Motiv gibt es auch nach der ersten Vernehmung noch keine Erkenntnisse. Die Kripo ermittelt.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 24. August 1998  
     
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  23. August 1998  
     
  Parolen skandiert  
     
  Rathenow: *Am 23.08.1998 gegen zwei Uhr morgens marschierten Gruppen von Rechtsextremisten durch die Goethestraße und später auch durch die Berliner Straße, wobei der Verkehr zum Teil behindert wurde. Außerdem grölten sie Parolen, wie „Hier marschiert der Nationale Widerstand“. Eine Zeugin, die das Geschehene von ihrer Wohnung aus beobachte, berichtete gegenüber der Berliner Zeitung (in „Puschkin darf bleiben“ vom 29./30.08.1998) von „Sieg Heil“ – Rufen und das die Polizei tatenlos hinterher fuhr.  
     
  Antifajugend Westhavelland  
     
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  26. September 1998  
     
  In der Disco angegriffen  
     
  Rathenow: *Gegen 2.10 Uhr provozierten zwei Rechtsextremisten in einer alternativen Disco eine Auseinandersetzung mit einem 21 Jährigen. Dabei wurde der 21 jährige zunächst hinten von angegriffen und mit der Faust geschlagen. Die beiden Rechten wurden schließlich in der Disco durch die Polizei verhaftet.  
     
  Antifaschistische Recherchegruppe  
     
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  27. September 1998  
     
  Fahrrad demoliert  
     
  Rathenow: *Gegen 19.30 Uhr wurde ein 21 jähriger von vier Rechtsextremisten in der Paracelsusstraße angegriffen und von seinem Fahrrad genötigt. Im Verlaufe der Auseinandersetzung demolieren die rechtsextremen Täter das Fahrrad, während der Fahrer fliehen konnte. Es entstand ein Sachschaden von mindestens 150,- DM.  
     
  Antifaschistische Recherchegruppe  
     
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  29. September 1998  
     
  Brutaler Raubüberfall  
     
  Rathenow: *Zusammen mit fünf anderen waren die beiden Rechtsextremisten Thomas Berg und Uwe Fättkenheuer, Mitglieder der Gruppierung "White Warriors Rathenow",  aus einer Kneipe kommend, durch Rathenow gezogen. Auf der Suche nach "Stress", Thomas Berg zugibt. Nicht etwa sturzbetrunken, höchstens angetörnt - auf jeden Fall aber aufgeheizt. Uwe Fättkenheuer, der Fahrer des Pkws, hatte gar keinen Alkohol getrunken. Einen nüchternen Verstand schien auch er nicht behalten zu haben. Denn schon nach ein paar Kilometern hielt er an, weil da drei Männer mit ihren Bierflaschen auf den Stufen einer Gaststätte saßen.
Er habe an diesem Abend Zoff mit seiner Freundin gehabt, die auch zur Truppe gehörte, so Thomas Berg. Streitereien, miese Stimmung, "een Kurzschluss im Kopp". Jedenfalls waren alle (außer den bereits genannten auch Dirk Keil und Sebastian Kindt) bis auf das Mädchen ausgestiegen und hatten die Treppe umstellt. Als sich die Männer auf eine harsche Forderung nach Bier und Zigaretten nicht einließen, wurde zugetreten.
Wieder ins Auto, weiter. Da fiel der Truppe im Vorbeifahren ein stark angetrunkener Mann auf, in Anzug und Krawatte, allein und in einem ziemlich hilflosen Zustand. Das Auto am Straßenrand schien er nicht einmal zu bemerken. Bis auf das Mädchen stiegen wieder  aus und schlugen sofort auf ihr Opfer ein. Thomas Berg gibt zu, den Mann, den keiner von ihnen kannte, regelrecht blutig geschlagen zu haben. Der ging zu Boden, blieb liegen.
Dann ging´s weiter, bis einer auf die Idee kam, noch mal zurückzufahren. Der blutende Mann wurde in den Kofferraum gestopft und auf die Havelwiesen gefahren. Von "Nackich-Machen" war nun die Rede, von der Absicht den Mann auszurauben.
Der Mann wurde von Uwe Fättkenheuer aus dem Kofferraum gezerrt, durchsucht, und, als er sich aufrichtete, trat Fättkenheuer ihn noch einmal brutal zusammen. Erst auf bitten und drängen des Mädchens hielten sie schließlich ein. Thomas Bergs Freundin verlangte, den Mann in ein Krankenhaus zu bringen. Dort wurde er in der Notaufnahme abgegeben. Sie hätten ihn auf der Straße gefunden, gab das Mädchen an. Die Schwester hatte das wohl nicht geglaubt. Kurz danach wurde die Truppe verhaftet. 
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 8. August 2000 ("Streitereien, miese Stimmung und "een Kurzschluss im Kopp")  
     
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  4. Oktober 1998  
     
  Antisemitische Schmierereien  
     
  Rathenow: *Antisemitische Schmierereien sind in Rathenow an vier Hauswänden und Bahndurchgängen entdeckt worden. Ein Spürhund führte die Polizei zu einem 14 jährigen Tatverdächtigen. Der Rathenower wurde nach seiner Vernehmung wieder freigelassen. Es wird nach Mittätern gefahndet.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 6. Oktober 1998  
     
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  11. Oktober 1998  
     
  Überfall auf Reiterball  
     
  Rhinow: *Am 11. Oktober 1998 waren die Rathenower Rechtsextremisten Christian Schönborn und Christian Wendt zusammen mit 15 oder 20 anderen "Kumpels" nach einem Kneipenbesuch zum Reiterfest nach Rhinow hinausgefahren. Nicht um eine Prügelei anzufangen, einfach aus Langeweile.
Aber dann war die Stimmung umgeschlagen. Das lag vor allem daran, dass die angestellten bosnischen Ordnungskräfte sie nicht so einfach in die Halle lassen wollten. Christian Schönborn beispielsweise hatte eine halbvolle Bierflasche in der Hand. Alkohol - so die Verfügung der Organisatoren - durfte nicht mit hineingenommen werden. Schönborn tat zuerst, als würde er nicht verstehen, dann provozierte er den Ordner, begann eine Rangelei, bei der er selbst einen leichten Kratzer im Gesicht abbekam. Nun steigerte sich Christian Schönborns Wut, die selbst seinen Freunden nicht geheuer war. Er tobte so sehr, dass sie ihm eine Ohrfeige geben mussten, damit er wieder zu sich kam. "Türkenschweine!" schrie er und "Ausländer raus!". Die Ordner schlossen die Türen von innen. Die Jungs draußen bewaffneten sich mit Steinen, Stöcken und Stangen und schlugen dagegen.
Irgendwann öffnete sich die Tür einen Spalt breit. Da zerrte die Horde das Opfer heraus: Mohamed S., der an diesem Abend nicht einmal als Ordner eingesetzt war. Ihm blieb nicht viel Zeit, sich zu wehren. Denn nun drosch Christian Wendt, 1,97 Meter groß und 130 Kilogramm schwer, von hinten mit einer langen Eisenstange mit voller Wucht auf den Kopf. Mohamed S. brach bewusstlos zusammen. Und Christian Schönborn trat völlig enthemmt mit seinen Springerstiefeln gegen den Kopf des Schwerverletzten. Mit welcher Brutalität, das lassen Zeugenaussagen ahnen: Man hätte schon das Gehirn des Opfers sehen können. Das Blut sei dem Mann regelrecht aus dem Kopf gespritzt.
Die Männer drinnen konnten S. nur zu Hilfe kommen, indem sie einen Schuss aus einer Schreckschusspistole abgaben und den blutüberströmten in den Saal zogen.
Noch in diesem Moment griff sich Christian Schönborn einen großen Stein und schleuderte ihn nach S. und seinen Rettern. 
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 10. Juni 1999  
     
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  24. Oktober 1998  
     
  Mit Fäusten geschlagen  
     
  Rathenow: *In der Nacht zum Sonntag ist es in Rathenow zu einer Körperverletzung gekommen. Ein 18 Jähriger und zwei weitere Personen wurden kurz nach Mitternacht in der Mittelstraße von zwei ihnen bekannten (rechtsextremen) Jugendlichen tätlich angegriffen. Die Angreifer schlugen mit Fäusten auf ihre Opfer ein. Im Vorfeld des Angriffs hatte eines der späteren Opfer (nach Auskunft der Täter) einen Täter mit einem Messer bedroht.  
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 28. Oktober 1998  
     
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  13. November 1998  
     
  Sieg Heil Rufe bei Mitternachtsturnier  
     
  Rathenow: *Zu einem so genannten Mitternachtsturnier in der Ziethenhalle trat auch eine Mannschaft mit Namen "Arian five" (Arische Fünf) an, die durch unfaire Spielweise auffiel und durch ihre Anhänger mit "Sieg Heil" Rufen angefeuert worden war.  
     
  Antifaschistische Recherchegruppe  
     
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  21. Dezember 1998  
     
  Asylbewerber überfallen  
     
  Rathenow: *Wieder ist ein Asylbewerber das Opfer von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geworden, die der rechten Szene zugerechnet werden müssen.
Wie die Polizei mitteilt wurde einem 16 Jahre alten Asylbewerber aus Afghanistan auf dem Rathenower Hauptbahnhof von vier Personen ein Handy geraubt. Die Täter hatten den jungen Mann aus Afghanistan zuvor überwältigt.
Besonders dreist: Die vier Täter im Alter von 17 bis 21 Jahren dachten gar nicht daran, nach dem Überfall zu türmen. Sie gingen vielmehr in eine Spielhalle in der Nähe des Hauptbahnhofes, um sich zu vergnügen.
Der Überfallene rief die Polizei, der es unmittelbar anschließend gelang, die Verdächtigen festzunehmen. Die Täter stammen Polizeiangaben zufolge aus Rathenow und einem Ort im Landkreis Havelland.
Gegen einen der vier Tatverdächtigen stellte die Staatsanwaltschaft Potsdam Haftantrag. Es handelt sich um  den 21 jährigen Marcel E. Gegen ihn liegt ein weiterer Verdacht vor. Er soll am Tag des Überfalls auf den Asylbewerber vorher in der Berliner Straße in Rathenow einen Jugendlichen aus der Kreisstadt zusammengeschlagen haben. Der Jugendliche wurde leicht verletzt.(...)
 
     
  Märkische Allgemeine Zeitung, 23. Dezember 1998  
     
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