Grundsatzerklärung zu Selbstverständnis, Arbeitsfeldern und Zielen Antifaschistischer Gruppen im Westhavelland

 

 

 

 

 

1.  Grundlagen

 

 

 

 

 

(1) Die Begriffe „Antifa“ und „antifaschistisch“ basieren auf die Gegenbewegung zum italienischen Faschismus Anfang des 20. Jahrhunderts.

(2) Faschismus ist eine ideologische Gegenströmung zum Marxismus und Liberalismus, als Synthese aus organischem Nationalismus und antimarxistischen Sozialismus, dessen Charakteristika ein starker Staat, kultartige Gewaltverherrlichung und die Volksgemeinschaft sind. 

(3) Die  Auseinandersetzung mit (neo)faschistischen und speziell hier in Deutschland mit (neo)nationalsozialistischen Bewegungen und Tendenzen resultiert aus der Gefahr der Wiederholung der Verbrechen des Faschismus und des Nationalsozialismus.

(4) Der Nationalsozialismus unterscheidet sich vom Faschismus durch die differenzierte Betrachtung des Staatsgebildes. Im Faschismus gilt der starke Staat als höchstes Gut der Volksgemeinschaft, während das Staatsgebilde im Nationalsozialismus der  „rassereinen“ Volksgemeinschaft als dienend untergeordnet ist.

Organischer Nationalismus, auf Sozialdarwinismus oder dem heutigen Ethnopluralismus basierender Rassismus und Antisemitismus sind die pseudowissenschaftlichen Grundlagen des Nationalsozialismus; Ausgrenzung, Verfolgung, Vertreibung oder Vernichtung von Menschen aus ethnischen Gründen die Auswirkungen.

(5) (Neo)faschismus und (Neo)nationalsozialismus stellen vor allem aufgrund ihrer rassistischen, antisemitischen und völkischen Ideologie eine Gefahr für das Zusammenleben der Menschen da.

 

 

 

 

 

2.  Antifaschistische Initiative

 

 

 

 

 

(1) Die von der Verfassung garantierten Rechte des Menschen zu schützen sind kein alleiniges Privileg staatlicher Institutionen sondern auch Pflicht  aller Bürger.

          Verantwortung kann nicht delegiert werden.

(2) Jeder Bürger hat deshalb das Recht und auch die Pflicht sich gegen (Neo)faschismus und (Neo)nationalsozialismus zu engagieren.

(3) Eine Interessenvertretung von Bürgern gegen (neo)faschistische und (neo)nationalsozialistische Bewegungen und Tendenzen ist die Antifaschistische Aktion, kurz: Antifa.

(4) Die historische Antifaschistische Aktion in Deutschland wurde am 26. Mai 1932 in der KPD – Publikation „Die Rote Fahne“ ausgerufen und formierte sich nach dem Einheitskongress am 10. Juli 1932 als strömungsübergreifende Bewegung bis sie schließlich in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur weitgehend zerschlagen wurde.

Die heutige Antifa knüpft im Kampf gegen (neo)faschistische und (neo)nationalsozialistische Organisationen und Tendenzen im Wesentlichen an den strömungsübergreifenden Charakter der historischen Organisation an, hat jedoch keine homogene Struktur.

In erster Linie lokal engagierte Antifagruppen mit unterschiedlicher Programmatik bindet aber zusammenfassend ein gemeinsamer Grundkonsens, der solidarisch in regionalen und überregionalen Bündnissen und Kampagnen verdeutlicht wird.

 

 

 

 

 

3.  Antifaschistische Initiative im Westhavelland

 

 

 

 

 

(1) Als Antifaschistische Initiative im Gebiet des Altkreises Rathenow (Gemarkungsgrenze von 1952 bis 1993) engagieren sich die Antifaschistischen Gruppen im Westhavelland.

(2) Die Antifaschistischen Gruppen im Westhavelland sind ein Zusammenschluss mehrerer Einzelgruppierungen und EinzelaktivistInnen, die sich unabhängig von einem bestimmten parteipolitischen Dogma als Aktionsbündnis verschiedener  Strömungen engagieren.

(3) Arbeitsfelder der Antifaschistischen Gruppen im Westhavelland sind:

(a.) Die Aufarbeitung der Regionalgeschichte und Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

(b.)Die Analyse (neo)faschistischer und (neo)nazistischer Programmatik, Organisationen sowie deren Mitglieder, als auch rassistische, antisemitische und  nationalsozialistische Stimmungen in der Gesellschaft; Partizipation der Öffentlichkeit an den gewonnenen Erkenntnissen.

 

(c.)Das Engagement gegen (neo)faschistische und (neo)nazistische Organisationen und Aktionen.

 

(d.)Das Engagement gegen rassistische Verordnungen und Gesetzgebungen sowie gegen Bevormundung und Einschränkung der Grundrechte  durch einen „starken“ Staat.

 

 

 

 

 

4.  Perspektiven

 

 

 

 

 

(1) Ziele der Antifaschistischen Gruppen im Westhavelland sind:

(a.) Die Gesellschaftliche Ächtung rassistischer, antisemitischer und völkischer Ideologien und Organisationen.

(b.) Die Emanzipierung der Gesellschaft zur engagierten Zivilgesellschaft  bei gleichzeitigem Rückzug des Staates aus der politischen Diskussion.

(c.) Die Multikulturelle Gesellschaft als Basis für Entwicklung, Diskussion und Verbreitung revolutionärer Denk - und Handlungsweisen sowie als Austausch bewährter und fortschrittlicher Erfahrungen und Techniken zur jetzigen und künftigen Gestaltung des Lebens.

 

 

 

 

 

 

 

 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.02.23

 

 

 

 

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