Brandenburger Wochenblatt (BraWo):

Schlag gegen Rechts

Innenminister Schönbohm (CDU) verbot „Hauptvolk“ und „Sturm 27“

 Rathenow/Premnitz. Rund 300 Polizeibeamte waren am Dienstagvormittag im Havelland im Einsatz, um eine Verbotsverfügung des Brandenburgischen Innenministers Jörg Schönbohm (CDU) durchzusetzen. Die Beamten, deren Haupteinsatzgebiet die Städte Rathenow und Premnitz waren, befassten sich mit rund 60 Personen, die sich in der Kameradschaft „Hauptvolk“ und ihrer Untergliederung „Sturm 27“ organisiert hatten. Die Staatsmacht durchsuchte 41 Objekte und stellte dabei verschiedene Nazi-Devotionalien sicher, dazu Übungsmunition und zahlreiche Musik-CDs, die nach erster Prüfung durch die Behörden zum größten Teil auf dem Index stehen.

Das Vereinszeichen war ein weißer in altdeutschen Buchstaben dargestellter Schriftzug „Hauptvolk“ auf Shirts und Mützen.

Wie Dorothee Stacke vom Innenministerium informierte, werden die aufgefundenen und beschlagnahmten Gegenstände ausgewertet. „Das Verbot wurde ausgesprochen und vollstreckt, der Verein bzw. die Kameradschaft aufgelöst. Alle Gegenstände mit dem Aufdruck „Hauptvolk“ bzw. „Sturm 27“ wurden eingezogen. Eine strafrechtliche Würdigung steht noch aus, sie wird zurzeit geprüft“, so die Sprecherin des Ministeriums. Zweck und Tätigkeit der Kameradschaft richten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung. Die Bestrebung des Vereins laufen auch Strafgesetzen zuwider. Schönbohm betonte, dass „wir mit diesem nach aufwändigen Vorarbeiten verfügten Verbot ein deutliches Signal im Kampf gegen den Rechtsextremismus setzen.“

Rathenows Bürgermeister Ronal Seeger begrüßte den Polizeieinsatz und betonte, dass der Kampf gegen den Extremismus alle angehe.

BraWo Am Sonntag, Ausgabe 31 vom 17. April 2005

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