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Barnewitz
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In
Barnewitz (Havelland), auf dem Friedhof, Flurstück 1, 62, sollen, so hieß es
jahrzehntelang in der DDR, sechs Soldaten der Ersten Polnischen Armee beigesetzt
worden
sein, gefallen im Frühjahr 1945. Es gab keinen Gedenkstein. Nach der Auswertung
von Unterlagen kam man in der Gemeinde nach 1990 zu der Erkenntnis,
dass
hier polnische Zwangsarbeiterinnen und Kinder liegen. Sie starben am 18. 4. 1944
durch einen Luftangriff, dem auch viele deutsche Einwohner aus Barnewitz
zum
Opfer fielen. Die Polen wurden damals gesondert beigesetzt, dies soll, sagt man
heute, nur wegen ihrer katholischen Religion geschehen sein, nicht wegen
ihrer
polnischen Nationalität. Aber auf fast allen Friedhöfen sind die
Zwangsarbeiter gesondert beigesetzt worden, unabhängig von ihrer Konfession.
Ihre Namen und
Daten
stehen seit den neunziger Jahren auf kleinen Kissensteinen:
CICHY,
EMILIE 15. 6. 1940 – 18. 4. 1944
CICHY,
WLADISLAWA 28. 6. 1928 – 18. 4. 1944
CIEPIELEWSKI,
MONIKA GEB. ANDROCHIEWICZ 15. 12. 1916 – 18. 4. 1944
CIEPIELEWSKI,
WLADISLAW 14. 1. 1942 – 18. 4. 1944
CZAHOVA,
IWAN 24. 4. 1933 – 18. 4. 1944
DEPTA,
APOLONIA GEB. ZAZNIE 1. 1. 1912 – 18. 4. 1944. |
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Garlitz |
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In
Garlitz (Havelland) sollen nach Darstellungen aus der DDR fünf polnische
Kriegsgefangene seit 1944/45 in Einzelgräbern auf dem Friedhof liegen. Außerdem
war
das Grab des polnischen Zwangsarbeiters STEFAN OZUG, geb. 22. 2. 1902, bekannt.
Er wurde am 21. 8. 1945 auf der Straße zwischen Garlitz und Marzahne tot
aufgefunden
und in Garlitz beigesetzt. Keiner der Polen hatte einen Grabstein. Die Gräber
sind seit langem nicht mehr auffindbar. Aus den Friedhofsunterlagen geht
auch
hervor, dass auf dem Friedhof an einer nicht näher bezeichneten Stelle der
kanadische Flieger GERALD W. JOHNSTON (0-817574 T.4344) am 17. 1. 1945
beigesetzt
wurde, der am 14. 1. 1945 mit seinem Flugzeug abgestürzt war. Das Grab ist
nicht bekannt und auch in älteren Darstellungen nie erwähnt worden. Möglicherweise
hat es nach dem Krieg eine nicht dokumentierte Umbettung gegeben.
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Gülpe |
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In
Gülpe (Havelland) liegen in einem Doppelgrab ein russischer und ein polnischer
Zwangsarbeiter. Sie haben einen gemeinsamen Stein, auf dem ihre Namen
und
Todesdaten stehen:
„WASSIL ORLIGK/ 16.12.1944/ JUREK SPIWASKOWSKI/1944“.
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Kleßen |
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Auf
dem Friedhof von Kleßen (Havelland) ist nachweisbar das Grab des polnischen
Zwangsarbeiters JOSEF DUDA, geboren am 7. 3. 1920, der am 8. 6. 1940
im
See ertrank. Sein Grab wird gepflegt. Es gibt kein Gedenkzeichen.
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Kriele |
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In
Kriele (Havelland) wurden 1945 vier sowjetische Zwangsarbeiter beigesetzt. 1975
wurden die Gräber erneuert, bekamen neue Holzkreuze und Tafeln. Im Sommer
2000
war nur noch ein einziges Grab auffindbar. Am äußersten Rand des Friedhofs
liegt ein grauer Granitstein mit der schwarzen Inschrift: „HIER RUHT EINE
UNBEKANNTE/
SOWJETISCHE ZIVILISTIN/ VERSTORBEN 1942“. Die russische Inschrift auf einem
der nicht mehr vorhandenen Holzkreuze lautete
nach
einem alten Foto aus dem Archiv des Instituts für Denkmalpflege: „HIER RUHT
DER VERSTORBENE JEWGENI RODYTSCHENNY, GEB. 1924/ VERSTORBEN
AM
20. AUGUST 1944“. |
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Mögelin |
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Auf
dem Friedhof von Mögelin (Havelland), Flur 1-417,139, liegen Gräber von
Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, sowie mindestens einem Kind. Aus alten
Listen
gehen Namen und Daten hervor:
JURY
IGNATJEWITSCH GALYGIN, GESTORBEN AM 28. 4. 1945
WLADIMIR
NININ, am 12. 3. 1944 im Alter von zwei Jahren gestorben.
ANDREJ
SCHIZIKA, gestorben am 8. 6. 1944 an Lungenentzündung
WERA
RUSCHEWA, geb. 17. 8. 1928 in Scharkow (wohl Charkow), gestorben am 9. 10. 1944
in Mögelin an Herzschwäche.
Am
Grab von J.I. Galygin befand sich seit den fünfziger Jahren eine Tafel mit der
Inschrift: „RUHESTÄTTE/ EINES SOWJETISCHEN BÜRGERS/ +1945“.
Diese
Tafel wurde 1997 durch einen Stein ersetzt, der eben diese Inschrift trägt,
sowie
einen Sowjetstern zeigt. Der Name des Toten ist vergessen. An dem Sammelgrab,
in
dem die anderen Toten, sowie mehrere namentlich nicht bekannte Zwangsarbeiter,
die Selbstmord verübt haben sollen, liegen, hatte in der DDR eine Tafel
gestanden
mit
der unzutreffenden Inschrift: „RUHESTÄTTE / DREI SOWJETISCHE BÜRGER / +
1945“. Auch diese Tafel wurde in den neunziger Jahren durch einen Stein mit
gleichlautender Inschrift ersetzt. Ältere Einwohner von Mögelin behaupten, es
handele sich nicht um Russen, sondern um Polen.
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Möthlitz |
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In
Möthlitz (Havelland) wurde 1942 die polnische Zwangsarbeiterin Ewa Nowak
beigesetzt. Das am 20. 4. 1927 geborene Mädchen war, noch nicht fünfzehnjährig,
am
5. 3. 1942 gestorben, weil ihr ärztliche Betreuung verweigert wurde. Der
damalige Bürgermeister nahm an der Beisetzung des polnischen Mädchens teil und
wurde
seines
Amtes enthoben. Daran erinnern sich alte Einwohner des Dorfes noch heute.
Das
Grab war in der DDR eingefasst, hatte aber keinen Gedenkstein. Inzwischen
ist
es aufgehoben. Auch einige Gräber deutscher Soldaten, die auf diesem Friedhof
lagen, waren bereits aufgehoben worden. Für sie wurde jedoch in den neunziger
Jahren ein neuer Gedenkstein gesetzt.
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Rhinow |
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In
Rhinow (Havelland) liegen auf dem Friedhof mehrere Zwangsarbeiter, meist Polen,
die hier in der Landwirtschaft arbeiten mussten. In der Reihe 522, gibt es das
Grab
eines Zwangsarbeiters aus Wiszhice, Kreis Biala Podlaska, der Selbstmord beging.
Auf der Grabplatte steht: „FELIX BALAY/ GEB. 11. 11. 1909/ VERST. 22. 6.
1943“.
Des
weiteren nachweisbar sind die Gräber von ZALESIAK, JANEK, geboren am 18. 2.
1913 in Dobro (Polen), beim Luftangriff umgekommen am 30. 4. 1945 und
MINCZSLAW,
DANCGA, 1923 geboren, an den Folgen des Luftangriffs verstorben am 3. 5. 1945,
sowie WYLIERANOWSKI, BORISLAW, 1906 geboren, erhängt worden am 32. 10. 1942 und
ZIELENKIWICZ, SZESLAW, 1917 geboren, am 2. 12.
1942 verstorben.
Außerdem
liegen hier Russen: WARNOW, FJODR, 1929 geboren, verstorben am 28. 2. 1944 an
Spritvergiftung und sein Bruder WARNOW, GEORGI, 1916 geboren, verstorben am 29.
2. 1944 an Spritvergiftung.
Diese
Toten liegen in Reihengräbern. Sie haben Grabplatten mit ihren Namen und Daten.
Geplant ist, sie auf den so genannten Soldatenfriedhof umzubetten, wo
bereits
deutsche gefallene Soldaten liegen. Diese Anlage soll demnächst saniert werden
und einen neuen Gedenkstein bekommen. Dann sollen auch die Gräber der
Zwangsarbeiter
dorthin verlegt werden.
In
Rhinow gab es eine Bastfaserfabrik, ein kriegswichtiges Werk der Rüstungsproduktion,
in dem einige Hundert ausländischer Arbeitskräfte eingesetzt waren,
unter
ihnen polnische und sowjetische Zwangsarbeiterinnen, Holländer und Angehörige
anderer Nationen. Einige der Toten dieses Lagers wurden auch in Stölln
(Havelland) beigesetzt.
Fünf
Gräber sind auf dem Friedhof noch nachweisbar. Hier liegen auch in Deutschland
geborene Kinder von Zwangsarbeiterinnen:
BLAZESZYK,
ANNA 25. 6. 1906 – 1944
GADOMSKI,
MICHAEL 29. 9. 1906 – 1944
GORZEDOWSKI,
ANNEMARIE 3. 3.
1945 – 1945
MAIDA,
STEFAN 4. 11. 1939 – 12. 3. 1944
ZALEWKO,
MENDRYK 3. 12. 1944 – 1945
Jedes
dieser Gräber hat seit einigen Jahren eine Steinplatte mit den Angaben.
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Spaatz |
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In
Spaatz (Havelland) wurden neben gefallenen deutschen Soldaten und Zivilisten
auch polnische Zwangsarbeiter beigesetzt. Nur noch wenige Gräber sind
nachweisbar, so zum Beispiel die von JOSEF STÜRZEL, am 25. 7. 1945 verstorben
an Lungenentzündung und von FRANZ KRYNICKE, 1995 geboren, 1943 verstorben.
An
ihren Gräbern liegen Steinplatten mit den Angaben.
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Wolsier
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Auf
dem Friedhof von Wolsier (Havelland) liegen zwei polnische Zwangsarbeiter. Ihre
Namen sind vergessen. Das Grab hatte jahrzehntelang ein Holzkreuz mit
der
Inschrift: „2 UNBEKANNTE POLEN“. Heute liegt dort eine Grabplatte mit dieser
Inschrift.
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| Quelle: |
Regina Scheer - DER
UMGANG MIT DEN DENKMÄLERN, Eine
Recherche in Brandenburg
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