Aktuelles Januar 2006

===============================================================================================================================

Prozess gegen Nazi-Schläger in Rathenow

Am Dienstag, den 31. Januar 2006, beginnt um 10 Uhr in Saal 1 ein Prozess vor dem Amtsgericht Rathenow gegen die Rechtsextremisten Stefan Arno F. und Andy K. Beiden wird vorgeworfen, in der Nacht zum 11. August 2005 einen 20-Jährigen in der Goethestraße mit einer Bierflasche gegen das Kinn geschlagen zu haben. Stefan Arno F. und Andy K. sollen dem Umfeld der im April 2005 verbotenen Kameradschaft "Sturm 27" angehört haben, seit Juli 2005 soll Andy K. außerdem Mitglied des Ortsverbands Rathenow der NPD sein.

Der Geschädigte würde sich über Unterstützung im Publikum sehr freuen.

Quelle: Opferperspektive 2006.01.26

===============================================================================================================================

Auseinandersetzung vor Diskothek (HVL)

 

Rathenow - Zu einer Auseinandersetzung zwischen jungen Leuten kam es am späten Freitagabend in der Kreisstadt. Vor einer Diskothek hatten Jugendliche aus einer Gruppe von etwa acht Personen heraus zwei dunkelhäutige Jugendliche beschimpft und einem von ihnen seinen Rucksack heruntergerissen. Dabei soll einer der Angreifer mit einem Messer hantiert haben. Die Angegriffenen flüchteten. Im Rahmen sofort eingeleiteter Ermittlungen stellte die Polizei in der Nähe drei männliche Personen (16 bis 18) als Verdächtige und nahm sie in Gewahrsam. Außerdem stellten die Beamten ein Messer und einen Totschläger sicher, die offensichtlich unmittelbar zuvor von dem Trio weggeworfen worden waren. Alle Drei waren augenscheinlich alkoholisiert und mussten sich Blutproben unterziehen. Zum Sachverhalt machten die bereits von verschiedenen Delikten bekannten jungen Leute keine Angaben. Sie wurden später nach Hause entlassen bzw. Angehörigen übergeben. Weitere Ermittlungen durch die Kriminalpolizei folgen.
 

Quelle: Polizei Brandenburg, 2006.01.23

===============================================================================================================================

Nazistrukturen im Raum Rathenow - Premnitz analysiert

Jahresrückblick 2005 erschienen/Trotz Kameradschaftsverbote vielfältige Aktivitäten

Ein Antifaschistisches Autorenkollektiv hat rückblickend auf das Jahr 2005 eine umfangreiche Dokumentation erarbeitet, die  Aktivitäten von Nazikameradschaften und  rechtsextremen Organisationen im westlichen Havelland aufzeigt, die Protagonisten outet und deren Handlungen analysiert.

Äußerst detailreich wird so vor allem die Re – bzw. Neuorganisation der rechtsextremen Szene im Raum Rathenow – Premnitz nach den Verboten der Kameradschaften „Hauptvolk“ und „Sturm 27“ betrachtet. Insbesondere die hier aufgezeigten vielfältigen Beschäftigungsfelder der regionalen Rechtsextremisten – von der Teilnahmen an revisionistischen Naziaufmärschen über Propagandaaktionen zu ideologisch bedingten Gewaltübergriffen und Fußballkrawallen – zeugen von einer dumpfen und aggressiven Szene, deren Gefährlichkeit für die Region auch nach den Polizeimaßnahmen nicht unterschätzt werden sollte.

Auch neue rechtsextreme Strukturen, die sich nach dem bundesweiten Medienecho infolge der Kameradschaftsverbote im Westhavelland profilieren wollten und wollen, werden hier erwähnt. Vor allem die per Postwurfsendung flächendeckend verbreitete soziale Demagogie des so genannten „Schutzbund Deutschland“ und des Rathenower NPD Verbandes wurden als gefährliche Belebung der rechtsextremen Szene erkannt.

Die Dokumentation ist in digitaler Form unter der Rubrik „Publikationen“ hinterlegt und kann kostenlos runtergeladen werden.

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2006.01.01

zurück