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Aktuelles
Juni 2008
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Übergriff in der dritten Halbzeit |
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Rathenower NPD
Stadtverbandschef schlug zu |
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Nach dem Einzug des DFB Teams ins Finale der UEFA Euro
2008 kam es auch in Rathenow zu einzelnen Übergriffen durch (Neo)nazis, bei
dem mindestens eine Person leicht verletzt wurde.
Nach dem Abpfiff der Partie Deutschland - Türkei waren
einige jugendliche Fußballfans zur Hauptkreuzung ins Rathenower Stadtzentrum
gezogen um dort den Sieg der Bundeself zu feiern. Ebenfalls hatten sich dort
auch Mitglieder der (verbotenen) Kameradschaft "Sturm 27" und des NPD
Stadtverbandes versammelt, allerdings um nicht nur zu feiern bzw. Präsenz zu
zeigen.
Jugendliche die T-Shirts mit Slogans gegen Nazis
trugen, wurden von den Kameradschaftsmitgliedern angegriffen. Auch Rathenows
NPD Chef Marcell Horlebeck versuchte mehrfach Auseinandersetzungen zu
provozieren.
Gegen 00.15 Uhr griff Horlebeck dann einen
dunkelhäutigen bzw. "afrodeutschen" Fan der DFB-Elf an und schlug ihn derart
mit der Faust ins Gesicht, dass das Opfer ärztlich behandelt werden musste.
Inzwischen wurde auch eine polizeiliche Anzeige erstattet.
Für Horlebeck wird es nicht das erste
Ermittlungsverfahren sein. Seit 2000 wurde Rathenows NPD Chef bereits
mehrfach wegen Gewalt - und Propagandadelikten gerichtlich verurteilt.
Das die NPD trotzdem auf Personen wie Horlebeck
setzt, liegt zwar zum einen am Mangel geschulter Kader, aber andererseits
auch an der bedingungslosen Bereitschaft zur Durchsetzung ihrer aggressiv
rassistischen Ziele. Die NPD definiert die Nation nämlich nicht als
Gemeinschaft von Individuen, sondern als auf Abstammung basierende
Schicksalsgemeinschaft. "Ein Afrikaner, Asiate oder Orientale", kann
deshalb, laut NPD, "nie Deutscher werden", da "die Verleihung bedruckten
Papiers (...) ja nicht die biologischen Erbanlagen verändert (...)". Die von
den "Nationaldemokraten" angestrebte "Rassereinheit" der zu schaffenden
"deutschen Volksgemeinschaft" geht jedoch noch weiter. In einer indirekten
Handlungsaufforderung heißt es in einem NPD Papier: "Mischlinge, die
deutsch-nichteuropäischen Beziehungen entstammen, werden das sich
renationalisierende Deutschland über kurz oder lang freiwillig verlassen,
weil ihnen der nationale Klimawandel nicht passt."

Bild: Straftäter Marcell Horlebeck, nebenbei auch
Vorsitzender des NPD Stadtverband Rathenow |
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Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.06.27 |
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Brutaler Angriff in Premnitz |
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(Neo)nazis schlugen, traten und
stachen auf Punk ein |
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Es war sicherlich nicht das erste
Mal das W., der sich seit Jahren zur Premnitzer Punkszene bekennt, einen
Übergriff durch (Neo)nazis erlebte. Seit Jahr(zehnt)en geht das braune
Milieu bereits gegen die Angehörige dieser Subkultur vor. 1998 bekam W. u.a.
mit, wie zwei seiner Freunde von mehreren (Neo)nazis, von denen ein Teil im
heutigen NPD Kreisverband Havel Nuthe aktiv ist, in einem Gartentreffpunkt
überfallen und u.a. mit einem Messer niedergestochen wurden.
Es sei inzwischen ruhiger geworden seit jenen Tagen,
hörte er immer wieder. Doch die Ruhe ist plötzlich vorbei, wenn man selber
betroffen ist. So wie am vergangenen Wochenende. W. war gerade in einer
kleinen Lokalität in Premnitz - Süd um den Abend ausklingen zu lassen, als
der braune Mob, dass heißt mindestens drei (Neo)nazis, auftauchten. W., der
seinerseits nicht auf Ärger aus und sich der Gefahr wiederum bewusst war,
versuchte zu verschwinden. Doch die drei Angreifer holten ihn in der Thomas
Mann Straße ein und gingen dann auf ihn los. Schläge, Tritte, schließlich
ein Flasche über den Kopf und zum Abschluss noch einen Messerstich in den
Oberkörper.
Kühl und emotionslos gingen die Täter vor, der
blutige Überfall nicht ihre erste Straftat, nicht ihr erstes Verbrechen. Vor
fast exakt drei Jahren versuchten sie Brandsätze gegen den örtlichen
Jugendclub, der im Milieu als "Zeckenclub" verhasst ist, zu schleudern,
wurden jedoch kurz zuvor von der Polizei dingfest gemacht. Verurteilt wurden
sie trotzdem, wegen Planung eines Verbrechens, wenn auch mit geringfügigen
Strafen. Weitere Delikte folgten, ohne jedoch das staatliche
"Erziehungsmethoden" ihre Wirkung zeigten.
Im Gegenteil, der Täterkreis nennt sich seit
geraumer Zeit selbstbewusst "Nationale Sozialisten Premnitz" und ist im
regionalen (Neo)nazibund "Freie Kräfte Westhavelland" organisiert. Plakativ
nimmt die Gruppe an Naziaufmärschen, wie in Dresden, Ludwigsfelde oder
Tangermünde teil oder verteilt für den NPD Kreisverband Havel Nuthe deren Publikation
"Havelland Stimme".
Gibt es also in Premnitz eine aktive (Neo)naziszene
und ist diese gefährlich? Wenn es nach dem derzeitigen Bürgermeister und der
schweigenden Mehrheit geht offenbar nicht. "Der Wirtschaftsstandort darf
nicht gefährdet werden" und "solange die nicht verboten sind" ...
... müssen W. und seine Freunde offenbar verbale und physische
Erniedrigungen des Premnitzer (Neo)nazimilieus ertragen. |
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Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.06.06 |
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