Aktuelles März 2008

 

Grün oder doch nur gefährlich braun?

 

 

 

 

 

Der  „Märkischer Heimatbund“ engagiert sich in Premnitz vorgeblich für den Umweltschutz

 

 

 

 

 

„Heimatschutz ist Umweltschutz“ stand  auf A4 – großen Zetteln geschrieben, die Mitglieder des „Märkischen Heimatbundes“ (MHB) vornehmlich an Mülltonnen und Abfallbehältern in Premnitz angebracht hatten. „Wer seine Heimat liebt, der schützt sie auch. Laßt eure Heimat nicht im Müll untergehen (…)“, so konnte der potentielle Abfallentsorger dort weiter lesen. Der „Märkische Heimatbund“ eine regionale Umweltinitiative?

Ein erster Blick in das Selbstverständnis der Vereinigung auf deren Internetdomain lässt jedoch erste Bedenken aufkommen. „Wir sind heimatliebende und volkstreue Märker die sich gegen den heutigen Zeitgeist stellen“ heißt es schon im ersten Satz und gibt einen kleinen Wink, wo die Reise tatsächlich hingehen soll.  Auch die folgende eher konservativ ausgerichtete Programmatik kann dies nicht gänzlich überdecken. Der „Aufklärung des Volkes“ haben sich die Mitglieder des MHB verschrieben, um zu zeigen das „Heimat mehr als (…) nur ein Wort (ist)“. „Natur, Kultur, Geschichte, Sprache, Traditionen und Brauchtum“ will man sich so vornehmlich widmen.

Einer dieser „Bräuche“ ist offenbar die Wahrung des Andenkens an den SA Führer Horst Wessel, dem der Märkische Heimatbund mit einem selbstangefertigten Banner in einer Propagandaaktion auf dem Milower Berg in einer Nachbargemeinde von Premnitz ehrte, andere die Teilnahme an den (Neo)naziaufmärschen in  Magdeburg und Dresden.

Auf der Internetseite wird über all dies berichtet und die Taten mit Bildern, auf denen vorsichtshalber die Gesichter wegretuschiert wurden,  belegt. Nur dumm das der Domainadministrator des „Märkischen Heimatbundes“, der sich stolz „Braveheart“ nennt, dieselben Bilder auf seinem inzwischen gesperrten Profil beim Flirtforum „jappy.de“ ebenfalls zeigte, und zwar unretuschiert.

Jetzt war es offensichtlich das sich hinter dem „Märkischen Heimatbund“ u.a. die Premnitzer (Neo)nazis Andreas Dembski (Domainadministrator) und Franz Poppendieck verbergen. Beide sind in in ihrer Heimatstadt keine Unbekannten. Dembski war u.a. im Jahr 2005 an einem versuchten Brandanschlag auf einen von alternativen Gästen besuchten Jugendclub in Premnitz beteiligt, Poppendieck im Jahr 2006 an mehreren Übergriffen auf eine von alternativen Jugendlichen besuchte Diskothek in Rathenow. Beide gehören zum Umfeld der so genannten „Nationalen Sozialisten Premnitz“, die in der regionalen (Neo)nazivernetzung „Freie Kräfte Westhavelland“ integriert sind.

Insofern  erfährt das eingangs erwähnte Flugblatt mit dem Titel „Heimatschutz ist Umweltschutz“ eine ganz neue Bedeutung, nämlich eine weltanschauliche. Der gesamte Text, der nahezu vollständig dem zwölften Punkt  des NPD - Parteiprogramms („Die Natur ist die allgemeine Lebensgrundlage“) entnommen wurde, ist hier also auch als symbolhaftes Beispiel gedacht, "da Umweltschutz", laut Flugblatt, "grundsätzlich nicht getrennt von der kulturellen Entwicklung betrachtet" werden kann und so auch als Rechtfertigung für auf Ethnopluralismus beruhenden Rassismus dient. Zitat: „Die einseitige Ausrichtung an materiellen Werten und ökonomischen Zwängen“, gemeint sind die auf den Liberalismus gegründeten Wirtschafts – und Gesellschaftssysteme, in der "der Mensch von seiner Umwelt entfremdet und entwurzelt" wird, also beispielsweise als Ausländer in die Bundesrepublik immigriert, „führt zwangsläufig“, in Anspielung auf den dafür verantwortlich gemachten Prozess der Globalisierung, „zur Vernichtung der traditionellen Bindung und Kultur“, und damit in den Augen der (Neo)nazis, zur Zerstörung der ausschließlich auf Abstammung basierenden "völkischen Schicksalsgemeinschaft".

Insofern dürfte recht klar sein, welchen „Müll“ der „Märkische Heimatbund“ tatsächlich aus einem „sauberen“ und „sicheren“ Brandenburg „und natürlich auch Deutschland“ entsorgen will.

Bild 1: Flugblatt des MHB an einer Mülltonne in der Straße der Freundschaft (Premnitz)

Bild 2: Propagandaaktion des MHB auf dem Milower Berg zum Andenken an Horst Wessel (Fotoquelle: MHB)

Bild 3: Der Märkische Heimatbund: Andreas Dembski (1.v.l.) und Franz Poppendieck (1.v.r.) (Fotoquelle: http://www.jappy.de/user/braveheart1488)

 

 

 

 

 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.03.30

 

 

 

 

 

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Zum Tag zur Überwindung des Rassismus:

 

 

 

 

 

Abschaffung diskriminierender Gesetze und Verordnungen gefordert

 

 

 

 

 

Anlässlich des internationalen Tages zur Überwindung des Rassismus haben Antifaschisten in Rathenow  auf die alltägliche Situation der Flüchtlinge in Brandenburg aufmerksam gemacht und die Abschaffung diskriminierender Gesetze und Verordnungen gefordert.

Mittels im gesamten Stadtgebiet verteilten Flugblättern wurden die Bürger so über die täglichen, unerträglichen Erfahrungen der Flüchtlinge informiert, die neben den berüchtigten Übergriffen durch RassistInnen auch verwaltungsmäßig durch die Internierung in "Dschungelheimen", gesetzmäßige Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Bestreitung des Lebensunterhaltes mit Chipkarten  oder Einkerkerung in Abschiebeknästen als ungleichwertig eingestuft und ihnen so die für jeden geltenden Menschenrechte ab- bzw. nur zum Teil zuerkannt werden.

>>>Flugblatt als PDF - Dokuemente (143 kB)

 

 

 

 

 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.03.21

 

 

 

 

 

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Zum Tag des politischen Gefangenen:

 

 

 

 

 

Freiheit für die inhaftierten Antifas!

 

 

 

 

 

Der Anstoß für das Engagement des Menschen liegt in seinem Gewissen, dass er durch die Interaktion mit seiner spezifischen, materiellen und sozialen Umwelt erwirbt und ein Ausdruck seines moralischen und ethischen Handelns wird.

Das Gewissen der antifaschistischen Bewegung beruht auf die Kenntnisse der Gräueltaten der historischen NationalsozialistInnen sowie die der Gefahr der Wiederholung durch Neubelebung und Entfaltung rassistischer, antisemitischer und völkischer Ideologien in der heutigen Zeit unter Zuhilfenahme jener Rechte, welche der Gesetzgeber eigentlich zum Schutz vor ihnen ersonnen hatte.

Das aktive Engagement gegen (Neo)nazis, die ihre Möglichkeiten bei der Verkündung ihrer verbrecherischen Ideologie  unter Berufung auf demokratische Spielregeln nutzen, wird deshalb von den vorgeblich unparteiischen Rechtsstaatsinstanzen als Angriff auf die von der Verfassung gewährten Grundrechte  gewertet. AntifaschistInnen werden deshalb innerhalb dieser Staatsräson mit (Neo)nazis auf eine Stufe  herabgewürdigt und im Sinne des Totalitarismuskonstrukts den „Rechtsextremisten“ als „Linksextremisten“ gegenüber gestellt und gleichermaßen, in einigen Fällen sogar härter, von den Repressionsorganen bekämpft.

Dabei verstrickt sich die Moralvorstellung der derzeit herrschenden Gesellschaftsschicht nicht selten in Widersprüche und zeigt sich recht offen als Doppelmoral, in der Menschen, die ihrem Gewissen folgten und folgen, einerseits als Märtyrer verehrt und andererseits in Kerkern inhaftiert werden.

Andrea und Christian aus Berlin wurden so exemplarisch verurteilt, weil sich bei Ihnen die Frage zwischen zwei konträren moralischen Gesetzmäßigkeiten, die Ächtung jeglicher Diskriminierung von Menschen durch Rassisten und Antisemiten einerseits und die Freiheit der Meinung andererseits, aufdrängte und sich schließlich zu einem Gewissenskonflikt entwickelte, den Beide durch die Wahl des für sie höherwertigen Gutes beantworteten.

Ihre „Schuld“ liegt in der Beteiligung an offensiven Gegenaktionen zu Propagandaaufmärschen der (Neo)nationalsozialisten im Bundesgebiet, in denen sie sich aus der Ohnmacht der „Masse“ heraus, hin zu handelnden Individuen entwickelten.

Stauffenberg und seine Mitverschwörer, die heute als Ikonen des Widerstandes gegen die NS Diktatur gelten, wird im Gegensatz dazu die Entscheidung des Gewissens zuerkannt, als sie Hitler und andere Nationalsozialisten in die Luft sprengen wollten, ohne das jemand im Traum daran denken würde, diese „Bombenleger“ als terroristische Vereinigung zu verurteilen oder wenn sie noch leben würden, in den Hochsicherheitstrakten lebendig zu begraben.

Und da dies nicht Geschehen würde, kann die konsequente Verurteilung von AntifaschistInnen, deren Aktionen weitgehend harmloser waren, weder als politisch neutral, noch als notwendige Kriminalitätsbekämpfung zum Schutz der Bürger gewertet werden.

Im Gegenteil, die Emanzipierung der Bürger zu selbstbestimmten Individuen wird von den staatlichen Institutionen offenbar als Affront gegen die von ihr ausgehende bewusst gewollte Bevormundung gewertet. Statt die Ursachen des (Neo)nazismus – Rassismus, Antisemitismus und völkischer Nationalismus - zu bekämpfen wird die Staatsräson gegen Antifas ausgelebt und parallel dazu ein Polizei – und Überwachungsapparat aufgebaut, der permanent bestrebt ist die Grundrechte  der Individuen weiter auszuhöhlen und Unfreiheit zu kultivieren.

Das Schicksal der Gefangenen im Mikrokosmos JVA mahnt uns deshalb vor unserem eigenen Schicksal  im Makrokosmos BRD.

Wir wollen deshalb den Tag des politischen Gefangenen nutzen um unsere Solidarität mit den Inhaftierten zu bekunden und uns gegen den Ausbau der Polizei – und Repressionsorgane zu bekennen.

Freiheit für die beiden Antifas!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Freiheit statt Polizeistaat!

 

 

 

 

 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.03.18

 

 

 

 

 

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Veranstaltung zum Rechtsextremismus in Rathenow

 

 

 

 

 

NPD Gegenkundgebung ohne Wirkung

 

 

 

 

 

Am vergangenen Samstag fand im Kulturzentrum Rathenow ein Symposium der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ statt. Vier Experten aus Vereinen und Institutionen gaben den ungefähr 40 interessierten Teilnehmern ein umfangreiches Bild über (neo)nazistische Symbolik, Rechtsrock und Internetpräsentationen der Szene.

Speziell zu Entstehung und Entwicklung der (Neo)nazistrukturen in Rathenow, insbesondere zur heutigen NPD Sektion, informierte während der Veranstaltung das Mobile Beratungsteam (MBT).  Hierzu forderte auch ein Gast die regionalen Medien zu mehr Beachtung auf.  Nicht nur das was die NPD im Zuge ihrer vermeintlichen Verbürgerlichung der Öffentlichkeit als ihre Politik verkaufen will sollte kritisch beachtet werden, sondern auch die Argumente und die Programmatik welche die Partei in internen Schriften verbreitet und klar als rassistisch, antisemitisch und völkisch charakterisiert werden können.   

Gegen die Veranstaltung der Friedrich Ebert Stiftung hatte der NPD Kreisverband Havel Nuthe einen Tag zuvor eine so genannte „Mahnwache“ angemeldet, die dann am Samstag in der Zeit von 12.30 bis 13.30 Uhr in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort unter Polizeischutz durchgeführt werden durfte. Ungefähr 15 (Neo)nazis, darunter der Versammlungsleiter Maik Schneider aus Nauen, der Vorsitzende des Rathenower NPD Stadtverbandes,   Marcell Horlebeck, der Vorsitzende des NPD Kreisverbandes Havel Nuthe, Michel Müller, und der stellvertretende Vorsitzende der (verbotenen) Kameradschaft „Hauptvolk“, Daniel Kuhn, hatten sich eingefunden, zwei Banner vom letzten Aufmarsch in Rathenow entrollt, Flugblätter verteilt und alle Personen fotografiert, die sich gegen die NPD Aktion positionierten.

Trotzdem ließen sich die Veranstaltungsteilnehmer von der Drohkulisse nicht beeindrucken und zeigten, verstärkt durch antifaschistische Jugendliche und Antifas, in einer Veranstaltungspause gemeinsam „Flagge“ gegen die NPD Aktion.

Bild 1: Protestkundgebung gegen die NPD Aktion

Bild 2: "Mahnwache" der NPD. Im Vordergrund Daniel Kuhn beim fotografieren

Bild 3 (v.l.n.r.): Michel Müller, Marcell Horlebeck, Stefan Rietz (Lehnin), Daniel Kuhn

Bild 4 (v.l.n.r.): Karsten Grunewald, Maik Schneider (Nauen), Kristian Vogt

 

 

 

 

 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2008.03.09

 

 

 

 

 

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