Aktuelles Mai 2005:

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Weitere Fotos vom "Schutzbund Deutschland"

Am Freitag, dem 6.Mai 2005, verteilten drei Nazis vom "Schutzbund Deutschland" in Rathenow (Brandenburg) Flugblätter, deren Inhalt seit geraumer Zeit die Staatsanwaltschaft Neuruppin beschäftigt.

In den als Postwurfsendung zugestellten A5 Zetteln wurden die Alliierten als "Mörder, Vergewaltiger, Plünderer und Besatzer" verunglimpft.

Inzwischen hat sich heraus gestellt, dass der im v.i.s.d.p. genannte "Knut Grothe" ein Tarnname ist. Des weiteren fand eine polizeiliche Hausdurchsuchung bei dem Postfachanmelder des "Schutzbund Deutschland", Dany W. (25), in Pritzwalk statt, bei der weitere Flugblätter dieser Gruppe, Nazimusik u.Ä. festgestellt wurden.

Die Fotos zeigen die Naziaktivisten in Rathenow.

 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland , Rathenow, 2005.05.23

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Rote Karte für Fußballfans  

Man mag über Fußballfans denken wie man will, was sich einige jugendliche Rathenower Anhänger des Vereins „Hertha BSC“ am vergangenen Samstag nach dem Bundesligaspiel gegen Hannover 96 erlaubten ist jedoch nicht hinnehmbar. Eine U- Bahn wollten sie bauen „von Hannover nach Auschwitz“, jedenfalls wurde das lauthals beim Einstieg in den Regionalexpress in Berlin – Spandau und nach dem Ausstieg in Rathenow auf dem Dunckerplatz skandiert.

Fanverärgerung hin oder her, das Bild das sich hier für ausländische Mitbürger oder Touristen ergibt – deutsche Jugendliche fordern direkte Bahnverbindungen in den Ort, der stellvertretend für millionenfachen Massenmord an den europäischen Juden  steht – kann wohl kaum als belangloser Zwischenfall betrachtet werden. Grausame Szenen werden in solchen Gesänge wieder lebendig – die Deportationszüge, die Selektion auf dem Bahnsteig, der Marsch in die Gaskammer, die Krematorien und schließlich die Asche. 

Nein, hier wird eindeutig die Grenze von Fankultur hin zu gewisser politischer Provokation überschritten, auch wenn diese Rathenower Fans nicht der rechtsextremen Szene zugehörig sind.

Gerade aber in einer Stadt, deren ehemalige  jüdische  Bevölkerung größtenteils im Warschauer Ghetto und eben im Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurde, sollten solche Gesänge in Zukunft doch besser unterlassen werden. Anderswo natürlich auch.

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland , Rathenow, 2005.05.23

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Verbotene westhavelländische Kameradschaften ohne Namen weiter aktiv

 Ex - „Hauptvolk“ und Ex - „Sturm 27“ machen weiter wie bisher / NPD und „Bewegung Neuer Ordnung“ versuchen vom Verbot zu profitieren

 Das vor einem Monat, am 12.April 2005, der Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) die beiden westhavelländischen Kameradschaften „Hauptvolk“ und „Sturm 27“ verbot und 41 Wohnungen und Objekte durchsuchen ließ, weil, laut offizieller Pressemitteilung, die „verfassungsfeindliche Betätigung“ der Kameradschaftsmitglieder „nicht länger hinnehmbar“  war, scheint in der Region um Rathenow und Premnitz längst düstere Vergangenheit zu sein.

Zwar sei die Polizei, so Innenstaatssekretär Eike Lancelle (CDU) in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) vom 4.Mai, "angewiesen, das Vereinsverbot mit aller Konsequenz umzusetzen", doch tatsächliche Maßnahmen der Staatsgewalt sind nicht zu bemerken.

Sicherlich, unter den Namen „Hauptvolk“ und „Sturm 27“, tritt in Rathenow und Premnitz niemand mehr plakativ auf, die Kameradschaftsstrukturen und deren Aktivitäten blieben aber nach dem Verbot dieselben bzw. konnten sich sogar steigern.

Beispielsweise verklebten in der Zeit vom 5.Mai – 8.Mai 2005 Kameradschaftsmitglieder des „Sturm 27“ anlässlich des Jahrestages der Befreiung und ausgehend von ihrem Treffpunkt in der Rhinower Straße nahezu unbehelligt mindestens 443 Aufkleber (2004: 181) mit der Aufschrift „8.Mai 2005 – wir feiern nicht!“. Keine der vorgeblich „gegen Rechts“ initiierten Polizeisondereinheiten verhinderten dies. Nicht einmal die Teilnahme von Mitgliedern des Ex - „Sturm 27“ und einzelner AktivistInnen des Ex -„Hauptvolks“ am NPD – Aufmarsch auf dem Berliner Alexanderplatz – obwohl in den inzwischen abgeschalteten Kameradschaftsinternetseiten seit Februar angekündigt - wurde polizeilich begleitet, so dass die Kameradschaftsmitglieder, darunter „Sturmführer“ Benjamin K., unmittelbar vor der Abfahrt in die Hauptstadt und wieder nach der Ankunft in Rathenow  ungestört Naziaufkleber an Verkehrsschildern und Ähnlichem anbringen konnten, was eigentlich den Straftatbestand der Sachbeschädigung darstellt.

Bild links: NPD Aktivisten beim verteilen von Flugblättern am 13.März 2005 in Premnitz

Überhaupt konnte in Rathenow seit dem Verbot eine steigende Aktivität von Naziorganisationen festgestellt werden. Bereits am 18. April 2005 fanden sich Rechtsextremisten der NPD auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Rathenow zusammen, um im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zum 61. Jahrestag der Bombardierung der Stadt die Gründung eines NPD Ortsverbandes zu beschließen. Das hier Mitglieder der verbotenen Kameradschaften mitmischen scheint offensichtlich, zumal vier Mitglieder des „Sturm 27“ am 27.Februar in Rathenow und am 13. März in Premnitz gesehen wurden, wie sie Flugblätter der NPD als Postwurfsendung zustellten.

Bild links: Aktivisten des "Schutzbund Deutschland" beim verteilen von Flugblättern am 06.Mai 2005 in Rathenow
Bild rechts: Flugblatt des "Schutzbund Deutschland" 

Als zweite „Organisation“ versuchte erst letzte Woche der rechtsextreme „Schutzbund Deutschland“, eine Vorfeldorganisation der neonazistischen „Bewegung Neue Ordnung“, der bereits im Februar Flugblätter anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens in der Region verbreitete, in Rathenow weiter Fuß zu fassen. Drei Aktivisten verteilten am 6.Mai 2005 anlässlich des Jahrestages der Befreiung im gesamten Stadtgebiet Flugblätter mit revisionistischem Inhalt, während Mitglieder des verbotenen „Sturm 27“ die Aktion absicherten.

Was bringt also das Kameradschaftsverbot? Bis auf das Namensverbot und die von Eike Lancelle in der MAZ angegebenen 5.500 beschlagnahmten Asservate offenbar nicht viel – die Kameradschaftsstruktur blieb erhalten und das Propagandamaterial wurde ersetzt.

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2005.05.12

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Zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus:

Gedenken an die Opfer der NS - Diktatur in Rathenow und Premnitz

Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus legten Mitglieder Antifaschistischer Gruppen im Westhavelland jeweils einen Kranz an Denkmälern in Rathenow und Premnitz nieder.

Bild 1

In Rathenow (Bild 1) wurde der Gedenkkranz im Rahmen einer Gedenkveranstaltung den im Kampf um Rathenow gefallenen Soldaten der roten Armee gewidmet, die auf dem Ehrenfriedhof in der Ferdinand Lassalle Straße zur letzten Ruhe gebettet wurden.

Bild 2 Bild 3

In Premnitz (Bild 2 und 3) wurde mit einem Gedenkkranz am Denkmal der Opfer des Faschismus insbesondere den NS - Zwangsarbeitern des ehemaligen örtlichen IG Farben - Werkes im Rahmen einer Gedenkveranstaltung gedacht.

Bild 4

Anschließend wurde den Aktivitäten gegen den NPD Aufzug in Berlin (Bild 4) erfolgreich beigewohnt - der Naziaufmarsch wurde verhindert. 

Antifaschistische Gruppen im Westhavelland, 2005.05.09

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