Michel Müller, Vorsitzender des NPD Kreisverband Havel-Nuthe seit 2007  
     
  Michel Müller wurde am 12. September 1980 in Rathenow geboren. Er besuchte dort eine Gesamtschule und schloss seine schulische Ausbildung im Jahr 2000 mit dem Abitur (Durchschnittsnote: 2,6) ab. Anschließend wurde Müller zum Wehrdienst eingezogen, den er bis zum 30. Juni 2001 bei einem Panzergrenadierbataillon der 42. Panzerbrigade der 13. Panzergrenadierdivision, Standort: Rolandkaserne, Brandenburg/Havel  ableistete. Zurück im Zivilleben wurde Müller zum Groß – und Einzelhandelskaufmann ausgebildet. Heute arbeitet er in einem Geschäft  für Befestigungstechnik in Rathenow.  
  Michel Müller bewegt sich seit  dem 15. Lebensjahr in der (neo)nazistischen Szene Rathenows und gehört seit 1997 einer Gruppierung an, die in den folgenden Jahren durch zahlreiche Propaganda – und Roheitsdelikte auffällt. Die Vereinigung nennt sich seit 1998 „White Power Rathenow – Arische Kämpfer“ und findet Anklang beim so genannten „harten Kern“ des Milieus, der seit Anfang der 1990er Jahre bestehenden „Kameradschaft Rathenow“.  
  Aufgrund der Rückendeckung durch die berüchtigten Schläger der „Kameradschaft Rathenow“ und der Verfestigung der „Arischen Kämpfer“ zu einer kameradschaftlichen Gemeinschaft wächst auch bei Michel Müller das Selbstbewusstsein sein Geltungsbedürfnis hemmungslos durch die Vollziehung brutaler Gewaltakte zu befriedigen. Dabei kommt er mit dem Gesetz in Konflikt, so dass die Polizei in mehreren Fällen gegen ihn ermittelt:
19. Mai 1997 Körperverletzung in Rathenow
22. März 1998  Sachbeschädigung in Böhne (heute zu Rathenow)
04. April 1998   Körperverletzung in Rathenow
31. Mai 1998 Gefährliche Körperverletzung Steckelsdorf (heute zu Rathenow)
04. Juli 1998  Körperverletzung und Landfriedensbruch in Spaatz (heute  Havelaue)
26. Juli 1998   Gefährliche und schwere Körperverletzung in Rathenow
07. September 1998 Gefährliche und schwere Körperverletzung in Rathenow
27. September 1998 Sachbeschädigung in Rathenow
25. Oktober 1998  Gefährliche und schwere Körperverletzung in Rathenow
30. Oktober 1998  Körperverletzung in Rathenow
12. Juli 1999  Sachbeschädigung in Rathenow
 
 

Rechtskräftig verurteilt wird Müller jedoch nur in einem Fall. Am 29. Juli 1999 wird er vom Amtsgericht Rathenow wegen eines Angriffs auf einen „linken“ Jugendlichen, mittels eines gefährlichen Werkzeuges, Tattag: 25. Oktober 1998, für schuldig befunden und zu sechs Monaten Freiheitsentzug, ausgesetzt zu zwei Jahren auf Bewährung, bestraft.

 
 

Der erzieherische Gedanke hinter dem Urteil  will jedoch bei Müller nicht fruchten. Er bleibt seinem Milieu treu und fällt durch weitere dafür typische Delikte auf, u.a. am

21. November 1999 Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen,                   Volksverhetzung und Gewaltdarstellung  in Premnitz
 
 

Auch Müllers Neigung zur brutalen Gewalt erfährt durch das Urteil von 1999 keinen Abbruch, so dass die Polizei in weiteren Fällen gegen ihn ermittelt:

01. Januar 2000

Gefährliche und schwere Körperverletzung in Rathenow

15. Mai 2000 Gefährliche und schwere Körperverletzung in Rathenow
24. Februar 2001  Raub in Rathenow
 
 

Die Behörden sehen sich jedoch erst am 24. Januar 2001 veranlasst gegen Müller, dessen seit dem 29. Juli 1999 gerichtlich festgesetzte Bewährungsauflage  die künftige Unterlassung von Straftaten war, einen Haftbefehl zu erlassen und „Untersuchungshaft“ anzuordnen, die jedoch am 14. März 2001 durch das Amtsgericht Rathenow, im Einklang mit der Außervollzugsetzung des Haftbefehls, wieder aufgehoben wurde.

 
 

Inzwischen war Müller in der Hierarchie des regionalen (neo)nazistischen Milieus von einer Randfigur zu einer führenden Kraft aufgestiegen und engagierte sich zunehmend auch politisch.

*Am  3. September 1999  verklebte Michel Müller , im Vorfeld der Wahlen zum Brandenburger Landtag am 11. September 1999, mehrere Aufkleber der NPD auf dem Märkischen Platz in Rathenow.

*Am 21. März 2000 versammelten sich ungefähr 70 (Neo)nazis unter Führung von Michel Müller am Rande einer Kundgebung der Stadt Rathenow anlässlich des internationalen Tages zur Überwindung des Rassismus auf dem Märkischen Platz, verteilten Flugblätter gegen „Ausländer“, filmten offensichtlich die gesamte Veranstaltung, zertraten im Anschluss der städtischen Versammlung die von den Bürgern als Bekenntnis gegen Ausländerhass aufgestellte Kerzen und griffen Veranstaltungsteilnehmer an.

*Am 1. Dezember 2001 marschierten Michel Müller und weitere (Neo)nazis aus Rathenow auf einer NPD Demonstration gegen die so genannte „Wehrmachtsausstellung“ in Berlin mit.

 
 

Parallel dazu verfestigte sich das regionale (Neo)nazimilieu weiter. Aus Müllers „Arischen Kämpfern“, der „Kameradschaft Rathenow“ sowie der „Kameradschaft Premnitz“ war spätestens 2000 die Kameradschaft „Hauptvolk“ entstanden, die in ihrem gleichnamigen Rundbrief (Heft 1) den „nationalen Sozialismus“ als einzige Zukunftsoption propagierte.

 
 

Müllers Zukunft schien hingegen aufgrund seines gesetzeswidrigen Treibens in der jüngsten Vergangenheit jedoch immer ungewisser zu werden.
Im März 2002 musste sich Michel Müller so einmal mehr vor dem Amtsgericht Rathenow verantworteten.  Ihm und weitere aktive Mitglieder der Kameradschaft „Hauptvolk“ warf die Anklage gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vor:

*In der Nacht vom 31. Dezember 1999 zum 1. Januar 2000 hatten sich Müller und seine Kameraden sowie hunderte Bürger anlässlich der  Silvesterfeier an der Hauptkreuzung in Rathenow versammelt, ebenso wie eine Gruppe pakistanischer Flüchtlinge. Als die Pakistanis nach 0.00 Uhr den Bürgern ein frohes neues Jahr wünschten, empfanden dies einige der anwesenden (Neo)nazis als Affront und griffen die Flüchtlingsgruppe verbal und tätlich an. Der Hass auf die „Ausländer“ steigerte sich dann derart, dass Müller und seine Kameraden den bereits flüchtenden Pakistanis nachsetzte, diese später an der Rathenower Hauptpost „stellte“ und brutal zusammenschlug.

*Am späten Abend des 23. Februar 2001 bekamen Michel Müller und seine Kameraden vom „Hauptvolk“ in einer Diskothek den Tipp, dass eine bestimmte Person von einer jungen Frau angeblich „Schutzgeld“ erpresse. Daraufhin wurde der beschuldigte „Erpresser“ bereits auf der Tanzfläche gestellt und von einem sich als Ordnungsmacht aufspielenden „Hauptvolk“ – Mitglied derart  tätlich angegriffen, dass er wegen seiner Verletzungen die Diskothek verließ. Dies war jedoch für Müller und seine Kameraden als „Bestrafung“ noch unzureichend. Gemeinsam wollten sie sich deshalb das „erpresste“ Geld beschaffen. Mit einem Pkw setzten Müller und seine Kameraden, es war bereits der frühe Morgen des 24. Februar 2001, dem „Erpresser“ nach, „erwischten“ ihn schließlich in der Puschkinstraße, schlugen ihn mit Teleskopschlägern zusammen und beraubten ihn des „erpressten“ Geldes.

Die Beweislage war jedoch in beiden Fällen schwierig, da Zeugen aus Angst oder klammheimlicher Sympathie nicht zu ihren polizeilichen Aussagen standen bzw. durch konkrete Bedrohungen eingeschüchtert wurden.
Trotzdem konnten Michel Müller aber die vorgeworfenen Delikte letztendlich nachgewiesen werden, so dass er am 02. April 2002 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, ohne Bewährung verurteilt wurde.
Im November 2002 wurde der Prozess in der nächsten Instanz jedoch wieder aufgerollt, allerdings zu Ungunsten Müllers. Das Gericht hatte in den Handlungen der Täter am 1. Januar 2000 eine konkrete Tötungsabsicht erkannt und wegen des neuen Tatwurfs, versuchter Mord,  ein höheres Strafmaß gefordert.
Der konkrete Mordversuch konnte Müller allerdings nicht nachgewiesen werden, so dass er am 03. Dezember 2002 vor dem Landgericht Potsdam „nur“ wegen Beihilfe zum versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie der Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung für schuldig befunden werden konnte und zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde.  Der Bundesgerichtshof bestätigte im Jahr 2003 das Urteil.

 
 

Müller, der während seines Gerichtsprozesses die Loslösung vom Milieu hin zum Familienleben vorlog, fiel jedoch bis zu seiner Inhaftierung durch weitere Delikte mit (neo)nazistischen Hintergrund auf, die zu polizeilichen Ermittlungen führten, u.a.:

10. Juli 2003     Gefährliche Körperverletzung in Rathenow
 
 

Auch politisch blieb er weiterhin dem Milieu treu.

*In der zweiten Ausgabe des „Nationalen Beobachter – Zeitschrift für das Havelland und die Region Potsdam Mittelmark“  wurde im Jahr 2003 zur Teilnahme an (bürgerlichen) Friedenskundgebungen, anlässlich der US Aggression im Irak  aufgerufen.
In Rathenow fanden solche Veranstaltungen von Januar bis April 2003, anknüpfend an die Tradition der „Montagsdemos“  der DDR Opposition, am ersten Tag der aufeinanderfolgenden Kalenderwochen statt.    
Von Anfang an wurden die Kundgebungen von einer Gruppe (neo)nazistischer Jugendlicher, die offenbar dem Aufruf im „Nationalen Beobachter“ folgten, begleitet. Am 10., 17., 24. und 31. März 2003 nahm auch Michel Müller an den Friedenskundgebungen teil.  Er und ein weiteres Mitglied der Kameradschaft „Hauptvolk“ traten dabei als Rädelsführer  der anwesenden (Neo)nazis auf.

*Am 10. Mai 2003 versammelten sich ungefähr 30 Mitglieder der Kameradschaften „Hauptvolk“, darunter Michel Müller, und „Sturm 27“ sowie Sympathisanten in der Kleinen Waldemarstraße in Rathenow zu einer spontanen Kundgebung gegen eine Antifaschistische Demonstration.

 
 

In der Zeit zwischen 2004 und 2006 war Michel Müller wegen seiner Rolle beim dem Verbrechen am 1. Januar 2000 und der Straftat am 24. Februar 2001 in einer Justizvollzugsanstalt inhaftiert und erlebte so das Verbot seiner Kameradschaft im April 2005 im Gefängnis.

 
 

Am 30. Oktober 2006 trat Michel Müller erstmals wieder öffentlich im Westhavelland in Erscheinung. Während der Fußballlandespokalpartie TSV Chemie Premnitz gegen Viktoria Frankfurt/Oder stand er mit zwei weiteren Mitgliedern der verbotenen Kameradschaft „Hauptvolk“ im Block der berüchtigten Frankfurter  (Neo)nazihooligans.
Auch nach Jahren der Inhaftierung blieb er so seinem Milieu treu, drängte sich in den folgenden Monaten sogar wieder in die Führungsebene der lokalen (neo)nazistischen Szene sowie der neu gegründeten örtlichen bzw. reaktivierten regionalen NPD Struktur.

 
 

Am 15. April 2007 ließ sich Michel Müller während der Jahreshauptversammlung des 2006 wieder aktivierten NPD Kreisverbandes Havel Nuthe zunächst zum stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes wählen, bevor er in der zweiten Jahreshälfte auch das Amt der bisherigen Verbandsvorsitzenden, Doris Reichert, übernahm.
Seit dem nahm er u.a. an folgenden öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen der NPD teil oder führte diese durch:

01. Mai 2007  

NPD Aufmarsch in Erfurt (Thüringen)

05. Mai 2007  NPD Aufmarsch in Schönhausen/Elbe (Sachsen-Anhalt)
18. Mai 2007

NPD Infostand in Brandenburg/Havel

16. Juni 2007

NPD Aufmarsch in Rathenow

08. September 2007 NPD „Mahnwache“ in Brandenburg/Havel
15. September 2007 NPD Aufmarsch in Brandenburg/Havel
03. November 2007 

NPD „Mahnwache“ in Werder/Havel

08. März 2008  NPD „Mahnwache“ in Rathenow
18. April 2008 NPD Aufmarsch in Rathenow
 
 

Des weiteren ist Michél Müller für die Internetseite des NPD Kreisverbandes Havel Nuthe verantwortlich, auf der regelmäßig Pressemitteilungen und Statementes  des Verbandes, des NPD Stadtverbandes Rathenow sowie kooperativer Partner publiziert werden.

 
 

Trotz dieser Verantwortung  als Amtsträger einer Partei lebt Müller jedoch weiterhin seine Neigung zur brutalen Gewalt aus:

*Am 16. Juni 2007, wenige Minuten nach der Beendigung eines NPD Aufmarsches, griffen drei  Teilnehmer des genannten Aufmarsches ein ehemaliges Mitglied des Rathenower (neo)nazistischen Milieus in der Berliner Straße in Rathenow an.
Als sich Passanten zu Gunsten des Angegriffenden einmischten, mischte sich auch Michél Müller, allerdings zu Gunsten der Angreifer, handfest in die Auseinandersetzung ein.

 
 

Zu dem blieb Müller auch dem Hooligan Milieu treu, dem er als Anhänger der dafür berüchtigten Fußballvereine BFC Dynamo und FC Stahl Brandenburg zum Teil seit Ende der 1990er Jahre angehört.

 

 

 

 

 
       
  Michel Müller (Bild 11, 1.v.l.; Bild 12) während des Fußballspiel Chemie Premnitz gegen Stahl Brandenburg am 9. August 2008 in Premnitz. In der Halbzeitpause und nach dem Spiel provozierten (neo)nazistische Hooligans des FC Stahl Brandenburg gegnerische Premnitzer Fußballfans, die sie im Stadion als "Zecken" anfeindeten, und suchten unter Führung von Marco Barsch (Bild 11, 2.v.l. im Gespräch mit Müller) die handfeste Auseinandersetzung.  
       

 

Bild 10: Michel Müller während der Nazikundgebung am 18. April 2008 in Rathenow.  
       

 

Bild 9: Michel Müller während einer so genannten Mahnwache der NPD am 8. März 2008 in Rathenow.  
       

 

Bild 8: Michel Müller während der "NPD Mahnwache" gegen den Landesparteitag der PDS am 8. September 2007 in Brandenburg/Havel.  
       

 

Bild 7: Michel Müller während des Naziaufmarsches am 16. Juni 2007 in Rathenow.

 

 
       
  Bild 6: Michel Müller beim NPD Infostand am 18. Mai 2007 in Brandenburg/Havel. (Fotoquelle: LAK Antifa)

 

 
       

 

Bild 5: Michel Müller während des Naziaufmarsches am 1. Mai 2007 in Erfurt. (Fotoquelle: Antifaschistisches Infoblatt)  
       

 

Bild 4: Michel Müller während einer Spontankundgebung von(Neo)nazis am Rande einer antifaschistischen Demonstration am 10. Mai 2003 in Rathenow.  
       

 

Bild 3: Michel Müller während des Naziaufmarsches am 1. Dezember 2001 in Berlin. (Fotoquelle: Antifaschistisches Infoblatt)  
       

 

Bild 2: Michel Müller und andere (Neo)nazis provozieren am Rande einer antifaschistischen Demonstration am 6. Mai 2000 in Rathenow.  
       

 

Bild 1: Michel Müller und andere (Neo)nazis provozieren am Rande einer Kundgebung zum Antirassismustag am 21. März 2000 in Rathenow.  

zurück