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Gründung: |
2003 |
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Verbot: |
6. April 2005;
vollstreckt am 12. April 2005 (Innenministerium Brandenburg) |
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führende Köpfe: |
Benjamin Kuhirt,
Sebastian Kindt,
Martin Krone |
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Mitglieder: |
ca. 30 Personen
aus der "Kameradschaft
Rathenow" (II.) sowie Matthias Stolle und
Michael Metzner |
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(relevante)
Publikation: |
*Nationaler
Beobachter - Informationsblatt für das Havelland und die Region
Potsdam - Mittelmark (Herausgeber: Aktionsgruppe Potsdam -
Mittelmark) |
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Internet: |
http://www.sturm27.webspace4free.biz
(auch http://www.sturm27.de.vu, Betreiber: Benjamin Kuhirt) |
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Treffpunkt: |
*Garage, Kleine
Waldemarstraße, Rathenow (bis Januar 2004)
*Gartenlaube, Rhinower Landstraße, Rathenow (seit 2004) |
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Aktionen: |
*Anlässlich des
Geburtstages von Rudolf Heß verklebten vermutlich (Neo)nazis des
"Sturm 27" vom 26. April 2003 bis 29. April 2003 mindestens 264
Naziaufkleber in Rathenow (263) und Premnitz (1), auf 196 war
Rudolf Heß als „Märtyrer für Deutschland“ abgebildet. Die von den
Antifaschisten informierte Polizei entfernte laut Polizeibericht der
Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 29. April 2003 ungefähr 180
Aufkleber. |
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*Im Zeitraum 1.Mai
bis 11.Mai 2003 wurden mindestens 606 Naziaufkleber und 58
Naziplakate allein in Rathenow von Straßenlampen, Litfasssäulen,
Verkehrsschildern, dem Bahnhofstunnel etc. entfernt, die vermutlich
von Mitgliedern des "Sturm 27" anlässlich des Jahrestag des
Kriegsendes 1945 verklebt wurden.
Des weiteren wurde beobachtet wie mindestens drei (Neo)nazis des
„Sturm 27“ am Freitag dem 9.Mai 2003 Flugblätter mit der Aufschrift:
„8.Mai – „Tag der angeblichen Befreiung“ – Wir feiern nicht!“ (v.i.s.d.p.:
Aktionsgruppe Potsdam Mittelmark) in Briefkästen in der Berliner
Straße in Rathenow warfen.
Auch in der dritten Ausgabe des „Nationalen Beobachter –
Informationsblatt für das Havelland und die Region Potsdam –
Mittelmark“ gab es Reflektionen zu den (neo)nazistischen Aktivitäten
zum 8.Mai in Rathenow.
Laut einem Artikel sollen Rathenower (Neo)nazis einen Kranz für die
im Weltkrieg getöteten (deutschen) Soldaten und Zivilisten
niedergelegt haben.
Tatsächlich wurde aber keine solche Aktion in unmittelbarer Nähe des
8.Mai beobachtet. Jedoch legten Unbekannte in der Zeit vom
21.04.2003 bis 26.04.2003 auf dem Soldatenfriedhof auf dem
Rathenower Weinberg einen Kranz nieder der an
gefallene deutsche Soldaten erinnert und auf einer Schwarz – Weiß –
Roten Fahne gebettet war. |
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*Am Samstag, dem
16. August 2003, wurde beobachtet wie drei (Neo)nazis des „Sturm 27“
gegen 6.30 Uhr an der Tunnelunterführung Große Milower Straße ein
Banner mit der Aufschrift „RUDOLF HESS ermordet am 17.August 1987“
anbrachten. Danach
fuhren die Naziaktivisten mit einem PKW zu einem Parkplatz
eines Einkaufszentrums in der Milower Landstraße und verklebten dort
Aufkleber ähnlichem Inhalts.
Ebenfalls am Samstagmorgen wurden in der Schopenhauer Straße in
Rathenow zwei (Neo)nazis gesehen als sie gerade Plakate an der
Litfasssäule Schopenhauer Straße Ecke Puschkinstraße anbrachten.
Banner, Plakate und Aufkleber wurden durch Antifas, Bürger und
Polizei entfernt.
Insgesamt wurden in den so genannten „Rudolf Hess Aktionswochen“
(10. August 2003 bis 24. August 2003) 79 Naziplakate in
Rathenow entfernt. Des weiteren wurden 149 Naziaufkleber , davon 93
mit Bezug auf Rudolf Heß, in derselben Zeit in Rathenow (148) und
Gräningen (1) entfernt. |
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*In der Woche
zwischen Volkstrauertag und Totensonntag, zwischen 16. November 2003
und 21. November 2003 legten vermutlich Mitglieder des "Sturm 27"
ein Blumengebinde mit Widmung auf dem Soldatenfriedhof (Weinberg,
Rathenow) nieder. |
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*Zum 8. Mai 2004
verklebten vermutlich Mitglieder des "Sturm 27" 181 Aufkleber der
"Mecklenburgischen Aktionsfront" in einigen Rathenower Straßenzügen
entlang der B 102 und B 188. Dabei wurde zielgerichtet an
jedem Hauseingang jeweils einen Aufkleber angebracht. |
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*Am 17.August 2004
wurden in Rathenow Flyer als Postwurfsendung festgestellt, die
an den Tod von Rudolf Heß erinnerten.
Am 18., 19. und 20.08.2004 wurden zu dem Aufkleber die Tod von
Rudolf Heß beklagten im Rathenower Stadtbegiet festgestellt.
Insgesamt wurden 113 Aufkleber zum Todestag von Rudolf Heß in
Rathenow entfernt, die ebenso wie die oben erwähnten Flyer
vermutlich von (Neo)nazis des "Sturm 27" verbreitet wurden. |
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*Am Samstag, dem
28. August 2004, verteilten mindestens elf (Neo)nazis, darunter auch
Mitglieder der Kameradschaft "Hauptvolk" und "Sturm 27" in den
frühen Morgenstunden im Rathenower Stadtgebiet Flugblätter der (Neo)naziwahlinitiative
„Ja zu Brandenburg“ als Potswurfsendung. Gleichlautende Flugblätter
wurden auch in Premnitz festgestellt. |
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*Am 14. November
2004 legten vermutlich Mitglieder des "Sturm 27" zwei Blumengebinde
mit Widmung auf dem Soldatenfriedhof (Weinberg, Rathenow) nieder.
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*Zum 60. Jahrestag
der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 erreichten die
Aktivitäten von (Neo)nazis trotz des Verbotes der beiden aktivsten
Kameradschaften „Hauptvolk“ und „Sturm 27“ den Höhepunkt im Jahr
2005.
Bereits in der Nacht zum 5.Mai 2005 (Himmelfahrt) tauchten die
ersten 52 Naziaufkleber mit dem Arbeitstitel „8.Mai 2005 – wir
feiern nicht!“, ausgehend vom Treffpunkt der verbotenen Gruppierung
„Sturm 27“ in der Rhinower Straße, in Rathenow auf.
In der Nacht vom 7. Mai zum 8.Mai 2005 (Samstag/Sonntag) folgte dann
die nächste Aktion des verbotenen „Sturm 27“. Wiederum wurden
Naziaufkleber, ausgehend vom
Treffpunkt in der Rhinower Straße, in der Rathenower Alt – und
Neustadt sowie in Rathenow – Ost verklebt. Weiterhin wurden an
denselben Orten in der Stadt A4 – Flugblätter der „Aktionsgruppe
Potsdam – Mittelmark“ festgestellt.
Am Sonntag, dem 8.Mai 2005, fuhren dann mehrere Mitglieder der
verbotenen Rathenower
Kameradschaften "Hauptvolk" und "Sturm 27" zum NPD – Aufmarsch um
10.07 Uhr mit dem Regionalexpress nach Berlin; nicht ohne noch auf
dem Weg zum Hauptbahnhof Aufkleber und zwei A4 - Plakate der
„Unabhängigen Nachrichten“ anzubringen.
Und auch nach dem die Rathenower (Neo)nazis gegen 19.55 Uhr wieder
mit dem Zug am Hauptbahnhof Rathenow ankamen ging die Kleberei
ungestört weiter.
So klebten Mitglieder des verbotenen "Sturm 27" noch zahlreiche
Naziaufkleber, die im Anschluss durch Antifas wieder entfernt wurden
– 391 nur an diesem Tag.
Insgesamt wurden in der Zeit vom 5. Mai bis 23.Mai 2005 485
Aufkleber zum Thema „8.Mai“ entfernt (fünf weitere wurden noch bis
August 2005 entfernt). |
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*In der Nacht vom
16. zum 17. August 2005 wurden im Rahmen der so genannten "Rudolf
Hess Aktionswochen" A5 – formatige Flugblätter mit dem Titel „Ich
hab´s gewagt“ als Postwurfsendung in Rathenow – Ost festgestellt.
Dabei ist zu bemerken, dass diese Zettel der Regionalzeitung
„Preußenspiegel“ als Beilage zugelegt war (Anmerkung: Ohne Wissen
der
Redaktion und des Verlages).
In der Nacht vom 17. zum 18. August folgte die zweite Aktion in
Rathenow im Rahmen der „Rudolf Hess Aktionswochen“. Ausgehend
von der Wolzenstraße wurden bevorzugt Verkehrsschilder und
Straßenlampen entlang einiger Parallelstraßen der Bundesstraße 102
bis zum Hagenplatz mit Naziaufklebern zugeklebt.
Auffällig war hier, dass die Endpunkte der Aktionen vor den
Wohnungen von "Sturm 27" - Mitgliedern endeten.
Die letzte bekannte Aktion zum Todestag von Rudolf Heß im Jahr 2005 fand in
Rathenow in der Nacht vom 18. zum 19. August statt. A7 Flyer
mit der Aufschrift "Märtyrer des Friedens" wurden im Stadtgebiet als
Postwurfsendung festgestellt, dazu mehrere Aufkleber im Bereich
Jahngymnasium bis Gesamtschule – Ost (beide in Rathenow)
festgestellt. Auch
hier führte die Spur der Aufkleber direkt zu den Wohnungen von
Mitgliedern der verbotenen
Kameradschaft „Sturm 27“ am Bruno Baum Ring.
Insgesamt wurden in der Zeit vom 18. bis zum 25. August 2005
mindestens 135 Aufkleber zum Todestag von Rudolf Heß entfernt. |
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*Zum
Volkstrauertag 2005 versuchten in Rathenow, nach Polizeiangaben vom
15.11.2005, ungefähr 25 Mitglieder der verbotenen Kameradschaften
„Hauptvolk“ und „Sturm 27“ am Sonntag, dem 13. November 2005, um
18.00 Uhr den örtlichen Angehörigen der Naziwehrmacht und der Waffen
SS auf dem Soldatenfriedhof auf dem Weinberg zu gedenken. Anders als
in den letzten Jahren, wurden sie aber 2005 erstmals daran
gehindert. Die beiden Kränze wurden beschlagnahmt, die Personalien
der 25 Personen aufgenommen und Platzverweise ausgesprochen.
Zuvor hatten sich ab 15.30 Uhr mehrere Mitglieder des verbotenen
„Sturm 27“ sowie des NPD Stadtverbandes Rathenow im
kameradschaftlichen Gartentreffpunkt an der Rhinower Landstraße
getroffen. |
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*Am 8. Mai 2006
observierten zunächst zwei Mitglieder des verbotenen "Sturm 27" eine
offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Rathenow am Sowjetischen
Ehrenfriedhof in der Ferdinand Lassalle Straße.
In der Nacht zum 9. Mai 2006 verklebten dann Unbekannte zwei
Aufkleber der "Mecklenburgischen Aktionsfront" an die
Eingangsplakette des Ehrenfriedhofes. |
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*In der Nacht vom
16. zum 17. August 2006 wurden im Rahmen der so genannten "Rudolf
Hess Aktionswochen" A7 Flyer mit der Aufschrift "Märtyrer des
Friedens - Rudolf Heß" von Mitgliedern des verbotenen "Sturm 27" im
Stadtgebiet von Rathenow als Postwurfsendung zugestellt. Parallel
dazu verklebte die Gruppe auch insgesamt 166 Aufkleber zum Thema.
Am 20. August 2006 wurden zu dem auch 62 Plakate mit der Aufschrift:
"MORD!" im Zusammenhang mit dem Todestag von Rudolf Heß an
Litfasssäulen in Rathenow festgestellt und durch Antifas entfernt. |
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Teilnahme
an Nazi-aufmärschen: |
*Teilnahme am
Naziaufmarsch in Potsdam (30. Oktober 2004)
Veranstalter: Aktionsgruppe Potsdam - Mittelmark
Anmelder: Christian Worch |
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*Teilnahme am
Naziaufmarsch in Magdeburg (15. Januar 2005)
Veranstalter: Initiative gegen das Vergessen
Anmelder: Jürgen Rieger |
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*Teilnahme am
Naziaufmarsch in Dresden (13. Februar 2005)
Veranstalter: Junge Landsmannschaft Ostpreußen |
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*Teilnahme am
Naziaufmarsch in Berlin (8. Mai 2005)
Veranstalter: NPD |
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*Teilnahme am
Naziaufmarsch in Potsdam (5. November 2005)
Veranstalter: Aktionsgruppe Potsdam - Mittelmark
Anmelder: Christian Worch |
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*Teilnahme am
Naziaufmarsch in Dresden (11. Februar 2006)
Veranstalter: Junge Landsmannschaft Ostpreußen |
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Bemerkung: |
Die Gruppe, die
zuvor unter den Namen "Kameradschaft Rathenow" (II.) bekannt war, trat
erstmals im Jahr 2003 in Anlehnung an NS - Organisationen unter dem
Namen "Sturm 27" in Erscheinung.
Der am 6. April 2005 bestätigte
Verbotsantrag des Brandenburger Innenministerium gegen die
Kameradschaft "Hauptvolk" und den "Sturm 27" wurde am 12. April 2005
vollstreckt. 41 Objekte von 39 (Neo)nazis wurden z.T. in mehreren
Bundesländern durchsucht und mehrere tausend Aservate beschlagnahmt.
Nach dem Verbot setzten sich die
Aktivitäten des "Sturm 27" unter ausschließlich interner Verwendung
des verbotenen Gruppennamens weiter fort. |
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weitere
Informationen: |
Rechtsextremismus im
Westhavelland - Jahresrückblick 2003 |
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Rechtsextremismus im
Westhavelland - Jahresrückblick 2004 |
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Rechtsextremismus im
Westhavelland - Jahresrückblick 2005 |
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