| Die Kameradschaft
Rathenow entstand aus einem Personenkreis um Mario Knudsen,
Daniel Kuhn und
Sandy Altenhordt die sich
selbst als "unpolitische Oi - Skinheads" bezeichneten. Jedoch wurde
die vorgebliche politische Neutralität schon recht früh durch
Jackenaufnäher wie "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein" oder
Abbilder des Keltenkreuzes konterkariert. Zudem wurden seit 1990
vermehrt (neo)nazistische Schmierereien festgestellt, die auf die
Täterschaft der "Oi Skinheads" hinwiesen.
Mit der zunehmenden Faschistisierung
der "Oi Skinheads", die in der Gründung der Kameradschaft Rathenow
mündete, nahm auch die Gewalt gegen ausländische Gastarbeiter,
Angehörige der sowjetischen Garnison und Anhänger linksorientierter
Subkulturen zu. Auf dem vorläufigen Höhepunkt des (neo)nazistischen
Terrors in Rathenow, 1992 und 1993, wurden auch vermehrt und
willkürlich "Stinos" (Stinknormale) als reine
Machtdemonstration angegriffen.
Nach dem sich dann in jenen Jahren
auch eine relativ starke antifaschistische Gegenbewegung in der
Stadt etablierte, konnte ein leichter Zurückgang der (neo)nazistischen
Aktivitäten verzeichnet werden.
Der harte Kern der Kameradschaft
Rathenow driftete zu dem immer weiter in die organisierte
Kriminalität ab, die nun ihr hauptsächliches Betätigungsfeld zu
werden schien.
In der (Neo)nazipublikation "Berlin
Brandenburger Zeitung" (Ausgabe Juli/August 1994) wurden die
"Rathenower Kameraden", die einst zu den "aktivsten in der Szene
zählten", von einem "S.D./kommando F." schließlich als Unterstützer
für Potsdamer Zuhälter und Rauschgifthändler entlarvt, die ihren Spaß
an die erste Stelle stellen und sich "an ihrem eigenen BILD -
Zeitungsniveau" ergötzen.
Die "Nationalen e.V." versuchten
daraufhin durch ihr Engagement in Rathenow und Umgebung die (neo)nazistische
Szene neu zu formieren. Nach dem aber die vom Vorsitzenden der
"Nationalen e.V.", Frank Schwerdt, angemeldete Gegendemonstration zu
einer antifaschistischen Demonstration am 9. Dezember 1995
polizeilich verboten wurde und die wenigen Rathenower (Neo)naziprovokateure
am Rand der Antifaveranstaltung entschlossen abgewehrt wurden, war
von den Nationalen e.V. im Rathenower Raum nicht mehr viel zu hören.
Der sich seit dem abzeichnende
Abwärtstrend der nunmehr unumstritten von Sandy Altenhordt geführten
Kameradschaft Rathenow erreichte schließlich am Himmelfahrtstag 1996
seinen vorläufigen Tiefstpunkt. Nach dem die Kameraden den
"Herrentag" einmal mehr nutzen wollten um die linksalternative Szene
anzugreifen, erlitten sie in jenem Jahr eine so schwere Niederlage,
dass sie in dieser Personenzusammensetzung nie wieder einen Angriff
wagten.
Trotzdem war die Kameradschaft
Rathenow noch längst nicht am Ende. Bereits Silvester 1996/1997
wurde der Truppe zur Vermeidung von Ausschreitungen in der
Silvesternacht in Rathenow eine Reise nach Paris gesponsert, für die
sich Kameradschaftsmitglied Brian
Friedrichs im Namen der "siebzehn jungen und aufstrebenden
Jugendlichen aus Rathenow", die an der Reise teilnahmen, in einem
Leserbrief in der Regionalzeitung "Preußenspiegel" vom 12. Januar
1997 artig bedankte.
Durch eine Große Anzahl von
Jugendlichen die in den Jahren 1997 und 1998 eine Begeisterung für
die (neo)nazistische Szene entwickelten und eine Wiederbelebung der
selben erreichen wollten, erlebte die Kameradschaft Rathenow ihren
zweiten Frühling.
Unter Regie von Sandy Altenhordt,
Daniel Kuhn und Maurice Kindt wurden die Jung(neo)nazis, die sich
später auch "Arische Kämpfer - White Power Rathenow" und "White
Warriors Rathenow" nannten in die regionale (neo)nazistische Szene
integriert.
Die verbleibenden Personen der Kameradschaft
Rathenow schlossen sich dann im Jahr 2000 sogar mit den "Arischen
Kämpfern" und der "Kameradschaft Premnitz" zur Kameradschaft "Hauptvolk" zusammen. |