"Kameradschaft Rathenow" (II.)

  Gründung: 2001    
  führende Köpfe: Benjamin Kuhirt, Sebastian Kindt, Martin Krone    
  Mitglieder: ca. 30 Personen aus "White Warriors Rathenow", "Jungsturm Rathenow - New Age Nazis" und Einzelpersonen der Rathenower Skinhead Jugend    
  (relevante) Publikation: *Nationaler Beobachter - Informationsblatt für das Havelland und die Region Potsdam - Mittelmark (Herausgeber: Aktionsgruppe Potsdam - Mittelmark)    
  Internet: http://www.amihasser.tripod.com (auch http://www.amyhasser.de.vu Betreiber: Benjamin Kuhirt und Dirk Keil)    
  Treffpunkt: Garage, Kleine Waldemarstraße, Rathenow    
         
  Aktionen: *Am 18. November 2001 (Volkstrauertag) wurde auf  dem Soldatenfriedhof (evangelischer Friedhof, Weinberg Rathenow) am Denkmal der Gefallenen des zweiten Weltkrieges ein Kranz festgestellt, auf dessen Schleifen u.a. der Schriftzug  „Kameradschaft Rathenow“ aufgedruckt war.    
    *Teilnahme am Naziaufmarsch in Berlin (1. Dezember 2001)
Veranstalter: NPD
   
    *Am Mittwoch, dem 08. Mai 2002, wurde an der Tunnelunterführung für die Bahnlinie Berlin - Hannover in der Großen Milower Straße in Rathenow gegen 6.30 Uhr morgens ein weißes Laken, das mit "Kameradschaft Rathenow“ unterzeichnet war.    
    *Am Mittwoch dem 17. Juli 2002, wurden an der Bushaltestelle „Fehrbelliner Straße“ mindestens eine Naziparole, zwei Hakenkreuze und die Wortgruppe „Kameradschaft Rathenow“ mit einem schwarzen wasserfesten Stift festgestellt. Am Freitag, dem 19. Juli 2002, wurde die Bushaltestelle daraufhin durch den Betreiber gereinigt.
Ob eine Anzeige erstellt wurde ist unklar, aber möglich.
   
    *Am Freitag, dem 9.August 2002, beobachteten Antifaschisten in der Gaststätte „Am alten Hafen“ in Rathenow eine Zusammenkunft von ungefähr 30 (Neo)nazis aus der Kameradschaft "Hauptvolk" und der "Kameradschaft Rathenow" (II.), das vermutlich als Vorbereitung für die Aktivitäten zum "Rudolf Hess Gedenktag" diente.
Im Anschluss an die Zusammenkunft, konnte beobachtet werden, wie aus dem Pkw - Kofferraum eines Hauptvolkmitgliedes Propagandamaterial entnommen und an Versammlungsbeteiligte verteilt wurde.
Am Donnerstag, dem 15. August 2002, tauchten dann abends die ersten Aufkleber im Zusammenhang mit dem Todestag von Rudolf Hess in der Rathenower Neustadt (Zentrum) auf. Am Freitag, dem 16.08.2002, entfernte die Polizei und Antifaschisten weitere Aufkleber und Plakate in Rathenow und Premnitz. Auch am 17. und 18. August 2002 wurden Aufkleber entfernt: in Seeblick, Nennhausen, Stechow sowie wiederum in Rathenow. Vornehmlich waren diese an Verkehrsschildern, Straßenlampen und Litfasssäulen angebracht.
Insgesamt belief sich die Zahl der entfernten Aufkleber in diesen Tagen auf 390 (320 in Rathenow,14 in Seeblick, 31 in Stechow und 25 in Nennhausen), die Anzahl der Plakate auf mindestens 24 (13 in Rathenow und elf in Premnitz) und die Anzahl der Flyer auf mindestens 3 (alle in Rathenow).
Besonders auffällig waren hierbei mindestens sieben Aufkleber mit der Aufschrift „Rudolf – Hess – Str.“, die über Straßenschilder geklebt wurden.
Der regionale Schwerpunkt der Rudolf Hess Aktionswochen lag ohne Zweifel in Rathenow. Hier entfernte die Polizei auch am Sonntag, dem 18. August 2002, eine Hakenkreuzfahne von einer Eisenbahnbrücke.
Weiterhin wurde in der Nacht vom Donnerstag, dem 15. August 2002, zu Freitag, dem 16. August 2002, eine Zusammenkunft von Rechtsextremisten im Garagentreffpunkt der Kameradschaft Rathenow (II.) in der Kleinen Waldemarstraße polizeilich aufgelöst. Mehrere Bilder von Adolf Hitler und Rudolf Hess, eine Reichskriegsflagge, mehrere Tonträger sowie die komplette Musikanlage wurden von der Polizei beschlagnahmt. (Neo)nazis die sich dorthin begaben wurden des Platzes verwiesen.
   
    *Im Oktober 2002 wurden während einer antifaschistischen Durchsuchungsaktion in einer als Nazitreffpunkt genutzten Garage in der Straße "Am Schleusenkanal" u.a. zwei verschiedene Flugblätter der "Kameradschaft Rathenow" mit den Titeln "Deutsch - nicht Denglisch!" und "Warum ein Deutscher Nationalsozialist nicht auch ein Faschist ist" festgestellt.    
         
  Bemerkung: Die Gruppe trat erstmals im Jahr 2001 als "Kameradschaft Rathenow" in Erscheinung. Sie wird hier unter II. aufgeführt, da es bereits eine gleichnamige Kameradschaft Rathenow (I.) gab.

Nach 2002 trat die "Kameradschaft Rathenow" (II.) nicht mehr unter dieser Bezeichnung in Erscheinung, sie nannte sich seit 2003 "Sturm 27".

   
         
  weitere Informationen: Rechtsextremismus im Westhavelland - Jahresrückblick 2001    
    Rechtsextremismus im Westhavelland - Jahresrückblick 2002    
    Rechtsextremismus im Westhavelland - Jahresrückblick 2005    

 

 

 

 

Bild links: Volkstrauertag 2001, Soldatenfriedhof Rathenow   Bild rechts: 8. Mai 2002, entferntes Banner (Rathenow)

 

 

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